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Bürgermeister: Private Pflanzaktionen vorher besser mit der Stadt absprechen

Blumen abgemäht - Rentner entsetzt

Stadthagen (mw). In einem offenen Brief an den Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann hat der 87-jährige Rentner Karl Flatow aus Stadthagen seiner Verärgerung über einen vor kurzem erfolgten Rasenmähereinsatz des städtischen Bauhofes Luft gemacht. Hellmann hat prompt reagiert.

veröffentlicht am 17.04.2007 um 00:00 Uhr

Der 87-jährige Karl Flatow aus Stadthagen zeigt eine der Stellen

Was war passiert? Ende 2006 hatte Flatow rund 300 Blumenzwiebeln von Tulpen und Osterglocken auf der Rasenfläche der Johanniskapelle in Stadthagen gepflanzt. Er habe damit aus eigener Initiative ein vor längerer Zeit gelaufenes Projekt fortgeführt, an dem sich auch die Siedlergemeinschaft Stadthagen beteiligt habe, deren Mitglied er sei, so der 87-Jährige. Diese sei seinerzeit einem Aufruf der Stadt gefolgt, den städtischen Bereich durch das Pflanzen von Blumen zu verschönern. "Völlig unerwartet sind dieBlumen leider auch in diesem Frühjahr wieder gewachsen und standen besonders an der Johanniskapelle, einem architektonischen Kleinod der Stadt, einem Rasenmäher im Wege", schreibt der Erboste mit einer gewissen Ironie an Hellmann. "Der Rasenmäher, der in Ihrem Namen den Pflegevertrag für die St.-Martini-Gemeinde erfüllt hat, hatte wohl erhebliche Probleme, 20 Zentimeter hohe Tulpen und Osterglocken von drei Zentimeter langen Grashalmen zu unterscheiden, und das gleich zigfach." Er wolle wissen, "ob die Aufrufe an die Stadthäger Bürger zu mehr Engagement nur hohle Sprüche sind und Initiative durch Ignoranz belohnt wird", oder ob die im Auftrag der Stadt tätigen Mitarbeiter "böswillig oder in Ermangelung jeder Kompetenz handeln", fordert Flatow in seinem Schreiben den Bürgermeister zur Stellungnahme auf. Hellmann hat umgehend reagiert. "Selbstverständlich legen Politik und Verwaltung hohen Wert darauf, stadträumliche Qualität zu gewährleisten und damit auch die Grünanlagen in einem attraktiven Zustand zu halten", so Hellmann in einem an Flatow gerichteten Schreiben. Zudem bedauere er das versehentliche Abmähen der Blumen ausdrücklich. Wie kam es aber zu dem kritisierten Rasenmähereinsatz? Laut Hellmann konnte dessen Mitarbeiter aus seiner Position auf dem mit einem Frontmähwerk ausgestatteten Schlepper die noch nicht blühenden Blumen wegen der Höhe des Grases nicht "so ohne weiteres" erkennen. Ein in Halbmondform in der Rasenfläche angelegtes Frühblüherbeet sei jedoch unbeschadet geblieben. Um derartige Vorkommnisse zukünftig zu vermeiden, regt Hellman in seinem Brief an, in Eigeninitiative geplante Pflanzaktionen im Vorfeld mit Baubetriebshof beziehungsweise dem Landschaftsplaner im Bauamt abzusprechen. Der den Rasen mähende Mitarbeiter wurde angehalten, "künftig bei vergleichbaren Aktionen noch aufmerksamer zu agieren".



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