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Italienisches Belcanto in der Wandelhalle

Blühender Wohlklang

Bad Nenndorf (dis). Fast alle Zuhörer, die sich auf Einladung der Kur- und Touristengesellschaft am Wochenende in der Bad Nenndorfer Wandelhalle zu den "Italienischen Momenten" eingefunden hatten, lauschten gebannt dem Klangzauber, denn dem stimmlichen Schmelz von Sopranistin Brigitte Bauma und Tenor Johannes Harten konnte kaum jemand widerstehen.

veröffentlicht am 01.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Gäste vom Landestheater Detmold verströmten reichlich lyrische Wärme und beeindruckten durch intensive Darstellungen. Unterstützt wurden sie vom ebenso konzentriert wie inspiriert aufspielenden "Pannonia Kammerensemble" mit György Kovács an der Spitze. Dass die sympathische Sängerin ihr Metier vollendet beherrscht, stellte sie gleich in Puccinis "Vissi d'arte" aus "Tosca" mit ihrer von weichen bis zu dramatischen Attacken reichenden Stimme unter Beweis. Farbig und leidenschaftlich wusste sie zudem die Arie "O mio Babbino caro" aus "Giovanni Schicchi" auszufüllen, um hinterher mit einerPalette von Nuancen das seelenvolle "Non ti scordar di me" von de Curtis vorzutragen und die Belcanto-Gemeinde restlos zu erobern. Ganz in seinem Element war auch Kollege Harten, der unter anderen durch mühelose, strahlende Spitzentöne bestach. Mit substanzreichem Organ verlieh er Puccinis aufrüttelnder Arie "E lucevan le stelle" und Leoncavallos "Mattinata" jede Menge Aus- und Nachdruck. Dem Vokalisten fehlte es erst recht nicht an jener Kraft, die einen Heldentenor strahlen lässt, als er di Capuas "O sole mio" zum Besten gab und auf Zuschauerwunsch gleich wiederholen musste. Was für ein Glanz dann zum Finale, als die Partner im Duett vereint mit Verdis unwiderstehlichem "Libiamo, libiamo" gleich zweimal betörten. Den restlichen Teil des Abends bestritt das Orchester und zeigte sich dabei von seiner schönsten Seite. Kovács setzte die vielschichtigen Werke - mal als Dirigent, mal als Klarinettist - gekonnt in Szene und bot den Tönen italienischer Meister eine temperamentvolle, nuanciert ausmusizierte Grundlage. Für Höhepunkte sorgte während dieses Reigens Zoltán Kovács mit umwerfenden, bisweilen sogar zweistimmig geblasenen Trompetensoli bei Arbans "Karneval in Venedig".

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