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Vor Gericht: Ein Jahr Haft für polnischen Dieb / Täter ist vermutlich Mitglied einer Bande

Blitzeinbruch: Mit dem Auto ins Schaufenster

Bückeburg (ly). Fast drei Jahre nach einem spektakulären Einbruch in ein Geschäft an der Langen Straße hat das Bückeburger Amtsgericht gestern einen der Täter zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Der Schuldspruch lautet auf Diebstahl im besonders schweren Fall. Die Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 15:36 Uhr

Mit einem zuvor in Luhden gestohlenen Opel Vectra war der heute 30 Jahre alte Pole gegen Mitternacht rückwärts in das Schaufenster des Ladens gefahren. Die Beute: Mobiltelefone im Wert von rund 10 500 Euro. "Ein Blitzeinbruch", wie Staatsanwalt Wilfried Stahlhut gestern feststellte. Dass der einschlägig vorbestrafte Dieb an jenem 18. November 2004 mit einer Bande unterwegs war, liegt natürlich nahe. "Aber das können wir heute nicht feststellen", so Richter Armin Böhm. Der Angeklagte hatte die Tat eingeräumt, zu möglichen Hintermännern aber keine Angaben gemacht. "Für mich ist das alles eine große Strafe", klagte der Vater eines Kindes in seinem Schlusswort. "Ich sitze hier seit langem und habe keinen Kontakt mit meiner Familie." Verraten hatten den 30-Jährigen eigene Blutspritzer am Tatort. Ohne die Hilfe von Kommissar Zufall wäre man dem Polen aber wohl kaum auf die Spur gekommen. Und das kam so: Im Jahr 1997 hatte ein Gericht im bayrischen Ansbach den Mann nach einer Serie von Bandendiebstählen zu dreieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt. Allein in dem Verfahren war es um 14 Einbrüche gegangen. Nachdem ein Teil der Strafe verbüßt war, wurde der Pole in sein Heimatland abgeschoben. Im Februar 2006 kam er trotzdem wieder über die Grenze nach Deutschland, angeblich um eine Geldstrafe zu bezahlen, die noch aus dem Jahr 2001 datierte. Bei dieser Gelegenheit stellte die Rostocker Polizei fest, dass nach dem Ausländer gefahndet wurde. Es kam zur Festnahme. Dem Verdächtigen wurde eine DNA-Probe entnommen, die zu der Blutspur in Bückeburg passte wie die Faust aufs Auge - Volltreffer! Weil der Pole nach seiner Abschiebung wieder eingereist war, muss er von der zehn Jahre alten Jugendstrafe nun dieübrigen 554 Tage absitzen. Dies erledigt der Gefangene zurzeit in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg. Danach beginnt die gestern verhängte Haft von einem Jahr. Voraussichtlich wird der Verurteilte wiederum abgeschoben, sobald ein Teil verbüßt ist. Vor einer illegalen Rückkehr nach Deutschlandsollte sich der 30-Jährige hüten. Auch am Rest der jüngsten Strafe führt dann kein Weg vorbei. Vieles deutet darauf hin, dass der Pole seit mehr als zehn Jahren immer wieder in die Bundesrepublik kommt, um Straftaten zu begehen. Das gestrige Urteil hat er sofort akzeptiert.

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