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110 Jahre Freiwillige Feuerwehr Groß Berkel

Blaulicht-Barbecue

GROSS BERKEL. Wo fängt man bei 110 Jahren Feuerwehrgeschichte zu erzählen an?

veröffentlicht am 29.08.2019 um 00:00 Uhr

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Autor

Reporterin

Worauf richtet man sein Augenmerk beim Rückblick auf die Geschichte der Wehr? Groß Berkels Ortsbrandmeister Stephan Schünke hat die Chronik der Wehr, die sein Stellvertreter Michael Waczynski unter dem Titel „Wenn der Rote Hahn kräht“ zusammengestellt hat, gewälzt und auf insgesamt 109 Seiten jede Menge interessante Details gelesen, wie er in seinem Grußwort zum Blaulicht-BBQ, der Jubiläumsveranstaltung zum 110-jährigen Bestehen, ausführte.

Als noch längst nicht an die Gründung der Wehr gedacht wurde, zerstörte 1551 ein Feuer nach einem Blitzschlag den Kirchturm und zwei Häuser – der älteste überlieferte Brand in Groß Berkel übrigens. Einem Brand in der Pulvermühle 1631 fielen in der Folge insgesamt 26 Wohnhäuser und 13 andere Gebäude zum Opfer. Zum Vergleich: Ein Jahr später waren in Groß Berkel lediglich 82 Hausstellen registriert. Nur 15 Jahre darauf, im Jahr 1647, ließ der Wallensteinsche General Graf von Isolani Feuer in Groß Berkel legen. 43 Wohnhäuser, die Kirche, die Schule, das Pfarrhaus und 14 weitere Gebäude wurden zerstört.

Auslöser für die Gründung einer örtlichen Feuerwehr war letztendlich der Brand des Tegtmeyerschen Hofes an der Ecke Laatzer Straße/Dorfstraße am 28. Dezember 1908. Die Wehren aus Aerzen und Ohr leisteten nachbarschaftliche Löschhilfe. Groß Berkel hatte noch keine eigene Ortswehr, verfügte lediglich über eine Feuer-Spritze. Am 12. Februar 1909 gründeten daraufhin 55 Bürger den Freiwilligen Feuerwehrverein zu Groß Berkel.

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Groß Berkels stellvertretender Ortsbrandmeister Michael Waczynski hat die Chronik der Wehr zusammengestellt. FOTO: SBR

„Seit ihrer Gründung bis Mai 2014 rückte die Wehr zu insgesamt 328 Brandeinsätzen aus, wobei die Aufzählung wegen fehlender Aufzeichnungen aus den Kriegsjahren nicht ganz vollständig ist“, wie Stephan Schünke ausführt.

In unregelmäßigen Abständen aktualisiert der stellvertretende Ortsbrandmeister Michael Waczynski die gedruckte Form seine erstmals 1997 erschienene Feuerwehr-Chronik. Die letzte berichtigte und erweiterte Auflage stammt aus dem Jahr 2014. „Nach jedem Einsatz traf sich früher die Feuerwehr und hielt eine Versammlung ab. Die Brände sind dadurch in den Protokollbüchern genauestens festgehalten worden. Lediglich die Bücher aus der Zeit des Dritten Reiches fehlen.

Diese alten Aufzeichnungen dienten als Grundlage für die Zusammenstellung der Chronik“, erzählt der Autor. Darüber hinaus konnte der Groß Berkeler auf das von Bernhard Bremeyer zusammengetragene Bildmaterial aus 75 Jahren Wehrgeschichte zurückgreifen. „Die alten Bücher sind noch in Sütterlin verfasst. Dank meiner Mutter Frieda Waczynski, die auch die Schreibarbeiten an der Chronik übernahm und die alte Schrift noch lesen konnte, kann nun jeder Interessierte an den Ereignissen von damals teilhaben“, erklärt Michael Waczynski. Ein Hinweis: Die Chronik kann bei der Feuerwehr Groß Berkel erworben werden.



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