weather-image
29°
Interview mit dem Profi aus Meerbecküber die Titelkämpfe und den bisherigen Saisonverlauf

Björn Papstein Deutscher Bergmeister 2008

Radsport. Björn Papstein, gebürtig aus Meerbeck, wohnt in Bremen und tritt seit sieben Jahren für das Team 3C Gruppe, das bis zum letzten Jahr "Lamonta" hieß, in die Pedalen. Der gelernte Bauingenieur kam erst während des Studiums zum Radsport. Erfolge feierte er anfangs bei Mountainbike-Marathons, ehe ernach einem Jahr als Amateur bei DHfK Leipzig im Januar 2002 zu Lamonta wechselte.

veröffentlicht am 05.06.2008 um 00:00 Uhr

Björn Papstein will seine ausgezeichnete Form bis zu den Deutsch

Glückwunsch zum Titelgewinn des Deutschen Bergmeisters! Mit 33 Jahren zum ersten Mal Deutscher Meister, das muss ein tolles Gefühl sein, oder? Vielen Dank für die Blumen. So einen Titel hatte ich ja bislang noch nicht, deshalb freue ich mich riesig darüber. Auch weil der überraschend kam. Im Vorfeld der DM habe ich ja nicht unbedingt an den Titelgewinn geglaubt. Die Meisterschaft war trotz Bayern-Rundfahrt und Giro hart umkämpft. Im Rennbericht ist vom Zweikampf Team 3C Gruppe gegen Sparkasse die Rede. Zu welchem Zeitpunkt haben Sie denn geglaubt, dass die Chance zum Titel jetzt reell ist? Das Team Sparkasse war schon sehr stark. Von Dirk Müller wussten wir, dass er sehr stark ist. Uns war klar, dass der Titel nur über Dirk vergeben wird. Dann kam er aber nach seinem Fluchtversuch nie über eine Minute weg. An meine Chance habe ich dennoch sehr spät geglaubt, denn unterwegs hatte ich immer wieder etwas Probleme mit Krämpfen. Erstzum Schluss habe ich gemerkt, dass es den anderen auch wehtut. Dann bin ich gefahren. Und das weiße Trikot mit den Brustringen, das hebt den Titel doch auch optisch hervor? Das weiße Trikot werde ich ja erst wieder bei der Berg-DM im nächsten Jahr tragen. Das bekommt jetzt einen Platz bei mir zu Hause in Bremen. Meiner Freundin habe ich es schon gezeigt. Auf den 122 Kilometern waren in Untergriesbach, das bei Passau liegt, gleich 4.200 Höhenmeter zu meistern. War die Strecke vielleicht sogar schon etwas zu schwer? Sie war schon schwer, aber bei einer Berg-DM soll das ja so sein. Jedenfalls hat sie mir besser gefallen als meine letzte Berg-DM in Blumberg. Weil die im Oktober stattfand, waren dort einige Abfahrten nass und rutschig. Das ist nichts für mich. Da kam mir diese Strecke schon sehr gelegen. Geprägt war die Berg-DM aber auch vom schwül-warmen Wetter mit heftigem Pollenflug. Haben Ihnen diese Bedingungen nichts ausgemacht? Das heiße Wetter hat es schon sehr schwer gemacht für alle. Ich selbst fahre aber lieber in der Hitze als bei Regen. Der Sieg bei den Deutschen Bergmeisterschaften war zugleich Ihr erster Sieg in dieser Saison. Wie ist der erste Saisonteil für Sie bis zur DM gelaufen? Bislang bin ich voll zufrieden. Zwar bin ich in diesem Frühjahr nicht so viele Rennen gefahren wie sonst. Aber dort, wo ich gestartet bin, war ich fast immer in der Spitzengruppe oder auch am Ende vorn dabei. In Österreich bei der Steiermark-Rundfahrt habe ich dann gemerkt, dass ich richtig Druck habe. Welche Höhepunkte haben Sie sich für den zweiten Saisonteil gesetzt? Im Moment kommen ja jetzt zwei Rennen, die mir ganz besonders liegen, der Grand Prix Schwarzwald mitüber 4.000 Höhenmetern am Sonntag und danach die Circuito Montanes-Rundfahrt in Spanien. Da bin ich zum dritten Mal dabei und habe ganz besonders die Etappe mit Bergankunft im Blick. Dann hoffe ich, dass die Form hält bis zur Deutschen Meisterschaft Ende Juni in Bochum. Im zweiten Saisonteil freue ich mich ganz besonders auf die Regio-Tour, denn die ist sehr schön. Sie sind der dienstälteste 3C-Profi, haben Profikarriere 2002 in Rheda-Wiedenbrück begonnen. Wie lange werden Sie noch als Profi fahren? Auf Jahre planen ist im Radsport derzeit nicht möglich. Dazu ist viel zu viel passiert in der letzten Zeit. Sicher ist: Solange es Spaß macht, möchte ich noch Radfahren.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare