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105-PS-Motor durchzugsstark, aber im Verbrauch zu hoch / Lademeister

Bisschen weniger durstig wäre schön: ¦koda Roomster mit 1.2-TSI und DSG

veröffentlicht am 07.07.2012 um 00:00 Uhr

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Autor:

Burkhard Assmus

Wenn man sich aus einem üppigen Baukasten bedienen kann, hat man’s leicht. Die Tschechen waren im Gesamtkonzern auf Einkaufstour und bieten den 1.2-TSI-Motor nun auch in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG-Getriebe an. Eine gute Wahl.

Der aus dem Polo bekannte TSI entwickelt ein maximales Drehmoment von 175 Newtonmetern, das schon bei 1550 Touren anliegt. Der Antritt des Wagens ist sehr ordentlich – zumal der ¦koda mit 1,27 Tonnen Leergewicht nicht viel schwerer ist als ein Polo, der je nach Version auch schon bis zu 1,2 Tonnen auf die Waage bringt. Das DSG-Getriebe lässt das Drehmoment behutsam auf die Kupplung los, schaltet angenehm weich durch seine sieben Gänge und macht das Fahren deutlich entspannter als mit manuellem Fünfganggetriebe. Sechs Gänge gibt es beim Roomster mit Handschaltung ohnehin nicht, auch wenn der Polo beim gleichen Motor mit einer Sechsgangbox kombiniert wird.

Der ¦koda hat keine Schaltwippen am Lenkrad wie ein Golf mit DSG, doch man vermisst sie auch nicht. Im S-Modus (Sport-Modus) dreht der Wagen die Gänge länger aus. Braucht man auch nicht wirklich. So richtig schnell ist das Fahrzeug trotz 105 PS ohnehin nicht – der Roomster benötigt elf Sekunden für den Spurt von 0 auf Tempo 100 – doch für flottes Reisen langt es allemal, und beim Überholen sind die kleinen Kraftreserven sehr willkommen.

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  • Man sieht es ihm bereits an: Der ¦koda Roomster bietet mehr als ausreichend Platz und hat auch im Innenraum genügend Ablagemöglichkeiten parat. Foto: asp

Den Durchschnittsverbrauch des Wagens gibt Skoda mit 5,7 Litern pro 100 Kilometer an. Leider ist dieser Wert nur allzu theoretisch, denn bei ausgiebigen Testfahrten mit sehr verhaltenem Gasfuß zeigte der Bordcomputer meistens eine sieben (Liter) vor dem Komma. Das ist eindeutig zu viel in dieser Klasse und sollte mit ausgereifter Motorentechnik des 21. Jahrhundert weitaus bessere Ergebnisse einfahren können. Ist auch schade irgendwie, denn ansonsten geht es beim Roomster ja durchaus stimmig zu. Das etwas hochbeinig wirkende Auto kann mit einem hohen Federungskomfort aufwarten. Nur auf kurzen Querfugen schlägt manchmal ein unruhiges Poltern zu den Passagieren durch. In schnellen Kurven untersteuert der Tscheche gutmütig. ESP ist auch schon beim Basismodell serienmäßig an Bord. Sehr, sehr, sehr praktisch ist der wandlungsfähige Fond des Tschechen-Vans. Die hinteren Sitze lassen sich verschieben, um je nach dem mehr Laderaum oder mehr Kniefreiheit zu schaffen, und der Kofferraum lässt sich von 480 auf maximal 1810 Liter erweitern! Da passt der halbe Hausstand rein. Auch die niedrige Ladekante zählt zu den großen Pluspunkten des Roomsters.

Und der Preis ist nicht üpbel. Für die hier vorgestellte Version (1.2-l-TSI-7-Gang-DSG in der Ausstattung Ambition) beginnt er 18 920 Euro. Fürs gleiche Geld gibt’s bei anderen Herstellern weniger Auto – zum Beispiel auch Wolfsburger Mutterkonzern.

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