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Landeskircheäußert sich zur Frauenquote / Gemeindliche Gremien wählen Synode

Bischofswahl ohne Frau - "bedauerlich"

Bückeburg (rc). Das Thema Frauenquote in der Landeskirche ist wieder auf dem Tisch. Nach der Frühjahrssynode am vergangenen Wochenende (wir berichteten) stellte die Schaum burg-Lippische Landeskirche in einer Pressemitteilung fest, dass es "natürlich bedauerlich" sei, dass keine Frau in den Bischofswahlausschuss gewählt worden ist.

veröffentlicht am 05.06.2008 um 00:00 Uhr

Die Landeskirche sei "dankbar", so Pressesprecher Josef Kalkusch, dass in der Berichterstattung die "Frauenquote" angesprochen und die Thematik in Erinnerung gebracht worden sei. Aber: Während der Synode sei eine Synodalin vorgeschlagen worden, die eine Kandidatur abgelehnt habe. Die Landeskirche bestreitet nicht, dass die Zahl der Frauen in der Synode vergleichsweise gering ist. Anders sehe es dagegen in den gemeindlichen Gremien vor Ort aus: "Aus den Reihen dieser Gremien erfolgt die Wahl in die Synode in einem geordneten Wahlverfahren." Ein Teil der Synodalen wird allerdings auch berufen. Dennoch seien drei Synodalinnen an exponierter Stelle vertreten, so Kalkusch weiter: Eine Synodalinübt das Amt der stellvertretenden Synodenpräsidentin aus; eine Synodalin ist kirchenleitend tätig im Landeskirchenrat und vertritt die Landeskirche in der Synode der Konföderation niedersächsischer Kirchen; eine dritte Synodalin wurde in den sich auch mit theologischen Grundfragen befassenden Ausschuss für die Ordnung kirchlichen Lebens gewählt. In der vergangenen Synode standen zwei Frauen als stellvertretende Präsidentinnen an exponierter Stelle. "Nicht unerwähnt lassen" will die Landeskirche in ihrer Pressemitteilung, dass sich die Zahl der ordinierten Theologinnen während der Zeit des amtierenden Landesbischofs verdoppelt hat. Die Landeskirche sei bemüht, auch weiterhin darauf hinzuwirken, dass die Zahl der Frauen an herausgehobenen Stellen erhöht wird. Die angespannte finanzielle Lage lasse aber zum Beispiel die Einrichtung weiterer Pfarrstellen derzeitnicht zu. Derzeit verrichten 37 Pastoren und fünf Pastorinnen ihren Dienst in der Landeskirche. Die in Sachen Kultur und Kirche engagierte Bückeburger Professorin Edith Schönbeck kritisierte in einem Leserbrief, dass die Landeskirche "mehr als zehn Jahre bewiesen hat, dass Frauen benachteiligt werden". Sie plädierte dafür, dass die Landeskirche eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte beruft, die bei allen Neubesetzungen, auchder des Bischofs, mitzuwirken habe.



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