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Oberhaupt des Bistums Hildesheim sieht keine Alternative zu geplanten Kirchenschließungen

Bischof Trelle: "Fühle mit den Betroffenen"

Hildesheim/Landkreis (bph). Bischof Norbert Trelle hat großes Verständnis für die Ängste und den Ärger vieler Katholiken im Bistum Hildesheim, deren Kirche möglicherweise geschlossen werden muss. "Ich fühle mit den Betroffenen", sagt der Bischof in einem Interview, das in der kommenden Ausgabe der "KirchenZeitung" am Sonntag, 27. Januar, erscheinenwird. Dennoch seien die Kirchenschließungen nötig, um die anderen Kirchen besser profilieren zu können, heißt es in einer Pressemitteilung. Zugleich verteidigt der Bischof die Domsanierung.

veröffentlicht am 24.01.2008 um 00:00 Uhr

Kirchen seien mehr als bloße Gebäude. "Sie bieten den Menschen Heimat, und viele Katholiken verbinden damit Lebensereignisse wie Hochzeiten oder Taufen", weiß der Bischof. Dennoch führt nach seinen Aussagen kein Weg an der Schließung einzelner Kirchen vorbei, um damit die anderen Kirchen retten und gegebenenfalls sogarausbauen und profilieren zu können. Daran ändere auch das "finanzielle Zwischenhoch" bei den Kirchensteuereinnahmen nichts. Aufgrund der demographischen Situation werde das Bistum in den nächsten Jahrzehnten deutlich an Katholiken verlieren. "Wer dann handelt, wenn er dazu gezwungen wird, kommt häufig zu spät", sagt der Bischof und stellt klar: "Wir handeln daher jetzt, damit wir die notwendigen Profanierungen aktiv gestalten können." Zugleich verteidigt Norbert Trelle die notwendige Sanierung des Doms, der als Mittelpunkt des Bistums die Verbundenheit unter den zerstreuten Katholiken stärkt. Zurzeit hat das Bistum einen Bauetat von etwa 5,5 Millionen Euro pro Jahr für die Kirchen. Um alle Gebäude gut in Schuss zu halten müsste man aber mindestens das Doppelte pro Jahr ausgeben. Der Anteil des Bistums an der geplanten Domsanierung liegt bei etwa sieben Millionen Euro über dienächsten Jahre verteilt. "Würden wir auf die dringend notwendige Sanierung des Doms verzichten, könnten wir also etwas mehr als ein Jahr lang alle unsere Kirchen ausreichend pflegen", rechnet der Bischof vor, "imJahr danach hätten wir die gleichen Probleme - und dazu einen noch immer sanierungsbedürftigen Dom." Bei allem Verständnis für die Trauer der Betroffenen appelliert der Bischof an die Katholiken, ihren guten Willen und ihren Glauben auch weiterhin in die Gemeinden einzubringen, denn "wir können auf niemanden verzichten!"



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