weather-image
28°
Pastorin Dr. Heike Köhler beim Frauenfrühstück in der Nikolaikirche

Bischof erfindet Perlenkette als "Rettungsring" für Gläubige

Rinteln (cok). Dass im traditionellen Frauenfrühstück der Nikolaikirche Theater gespielt wurde, war eine wunderbare kleine Überraschung. Bevor nämlich Pastorin Dr. Heike Köhler (Rolfshagen/Katrinhagen) über die "Perlen des Glaubens" referierte, gaben Barbara Schulz und Sigrid Lange als schwedischer Bischof und kecker griechischer Fischereinen theatralischen Einblick in die Entstehungsgeschichte einer Perlenkette, die ähnlich wie ein Rosenkranz eingesetzt werden kann.

veröffentlicht am 29.01.2007 um 00:00 Uhr

Seit dem Jahr 2003 macht die evangelische Kirche Werbung für die kleine bunte Kette, deren einzelne Steine besondere Bedeutungen haben und die, ähnlich wie es auch beim Rosenkranz oder bei der Gebetskette im Islam üblich ist, zur inneren Einkehr im Alltag verhelfen soll. Bischof Martin Lönnebo aus Schweden gilt als "Erfinder" der "Perlen des Glaubens", eine deutsche Pastorin war Jahre später fasziniert davon, wie viele Schweden bereits so eine Kette bei sich tragen und brachte ein Exemplar nach Deutschland mit. Wenn man den beiden Rintelner Schauspielerinnen aus dem Frauenfrühstück-Vorbereitungskreis glauben darf, dann wollte Bischof Lönnebo während eines Urlaubes in Griechenland eigentlich ein lehrreiches Buch über die Grundlagen des Glaubens schreiben. "Und so was lesen die Leute?", fragte ihn ein Fischer. Dabei spielte er mit einer Holzkette und erklärte, dass ihn die Perlen immer dann, wenn er bedrückt sei, an lauter schöne Dinge in seinem Leben erinnern würden. "Ich gebe den Perlen sogar Namen", sagte er und empfahl dem bischöflichen "Schreibtischmensch", sich etwas Ähnliches für seine Gemeinde auszudenken. "Glaube ist für so viele Menschen nicht mehr greifbar", so schloss Pastorin Heike Köhler an diese Geschichte an. "Die Perlenkette soll eine Krücke sein, um sich Glaubensinhalte wieder zu vergegenwärtigen." Ein leuchtend gelber Stein steht als Symbol für Gottes Liebe, die weiße "Taufperle" und gleich daneben die kleine Perle für das "Ich" symbolisieren den Gnadenbund zwischen Gott und Mensch, an den zu erinnern so trostreich sein kann, wenn Anlass besteht, sich mit der "Wüstenperle" zu beschäftigen, mit Einsamkeit und innerer Not. Auch die anderen Perlen greifen große Themen auf. Zwei leuchtend rote meinen die Liebe und das, was Menschen untereinander verbindet, gleich drei weiße "Geheimnisperlen" laden zum vertrauensvoll Gespräch mit Gott ein. "Rettungsring", lautet die wörtliche Übersetzung des schwedischen Ausdrucks für die "Perlen des Glaubens". Heike Köhler brachte nicht nur verschiedene Exemplare aus unterschiedlichen Materialien mit, sondern veranstaltete auch eine Bastelrunde, bei der die Frühstücksfrauen ihre eigenen Assoziationen auf Papierperlen schrieben, eine nette Anregung auch für zukünftigen Konfirmandenunterricht. Wer mehr wissen will über die "Perlen des Glaubens", findet unter www.perlen-des-glaubens.de Informationen. Das nächste Frauenfrühstück findet statt am 8. September mit dem Thema: "Lachen ist Musik des Lebens".

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare