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Bundestagsabgeordneter Sebastian Edathy wieder Opfer eines Vorurteils

"Bin hier nicht zum Dolmetschen"

Landkreis (ssr). Mal wieder Opfer eines Vorurteils geworden ist der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (36), Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestags und Sohn eines indischen Vaters.

veröffentlicht am 19.04.2006 um 00:00 Uhr

Wie der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, war der Rehburger bei einer EU-Konferenz in Wien vergangene Woche bei der Anmeldung von einer Gästebetreuerin mit der Bemerkung begrüßt worden: "Oh, der Türkisch-Dolmetscher ist ja auch schon da." Edathys Richtigstellung ("Ich bin hier nicht zum Dolmetschen") ließ die Betreuerin zwar erröten, eine Entschuldigung verkniff sie sich jedoch. Edathy hat einschlägige Erfahrungen damit, als Ausländer angesehen zu werden. Auf einer Reise in die Hamburger Partnerstadt St. Petersburg hatte der ehemalige Hamburger Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) den SPD-Parlamentarier, obwohl Edathy als Mitglied der deutschen Delegation vorgestellt worden war, mit der flotten Formel begrüßt: "Nice to meet you." Edathy hatte damals spontan entgegnet: "Wir können auch Deutsch reden, Ortwin." Nicht zuletzt war Edathy in Berlin der Bezug einer Wohnung vom Inhaber verwehrt worden mit der Begründung, es würde dann im Flur "immer so nach Curry riechen".

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