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Kreisfest ist ausbildenden Firmen gewidmet

„Bildung entscheidet über die Zukunft“

Fürstenberg (bs). Bratwurst und Blasmusik gibt es nicht, auch keine Infostände. Das Kreisfest, zu dem Landrat Walter Waske alle zwei Jahre einladen will, ist kein Volksfest. Es steht unter einem Motto. Und dem Motto entsprechend wird eingeladen. Im Mittelpunkt diesmal: die Ausbildungsbetriebe.

veröffentlicht am 09.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 00:41 Uhr

Uwe Schünemann und Walter Waske beim Kreisfest.
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Im Schloss in Fürstenberg nehmen am letzten Samstagabend deshalb Vertreter aus Wirtschaft, Handwerk, Schule, Politik und Verwaltung Platz, dazu junge Menschen, die vor kurzem eine Auszeichnung als Beste des Jahrgangs in ihrem Handwerk erhalten haben. „Wir möchten mit Ihnen einmal mehr ins Gespräch kommen, Ihre Wünsche und Ihre Kritik hören. Wir möchten mit diesem Fest aber auch unsere Wertschätzung für Ihre Arbeit deutlich machen“, hatte Waske die Kreisfestgäste eingeladen.

Am Samstagabend geht es dann um die Zukunftschancen – sowohl die der jungen Menschen, als auch die des Landkreises Holzminden. Und dazu gibt es Musik vom Schlosstheater Fürstenberg. „Bildung muss in den nächsten Jahren im Mittelpunkt unserer regionalen Politik stehen. Bildung entscheidet über die Zukunft unserer Region“, betont Walter Waske, verweist auf die Initiativen, die bereits angestoßen wurden: Die Initiative „Null Prozent Jugendarbeitslosigkeit“ gehört dazu, mit der ein Netzwerk aus Wirtschaft, Bildung, Verwaltung und sozialen Einrichtungen geknüpft werden soll. Ausbildungspaten und Praktikums- sowie Ausbildungsplätze werden dafür gesucht. Seit 2000 gibt es die Regionale Bildungskonferenz, seit 2001 das Modellprojekt „Region des Lernens“. 2008 wurde das Jump-Projekt, das den Schülern die Berufsorientierung erleichtern soll, kreisweit umgesetzt. Und auch die Berufsinformationstage haben sich als Berufsbildungsmesse einen Namen gemacht.

„Bildungschancen sind immer auch Lebenschancen“, erklärt Waske, „wir müssen Bildung und auch Qualifizierung noch stärker zu einem regionalen Thema machen“, fügt er hinzu, verweist darauf, dass auch das Wirtschaftsförderung ist.

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„Entscheidend ist, wie wir die Jugend vorbereiten“, geht Innenminister Uwe Schünemann das Thema an. Für ihn ist die im Kreistag gefasste Resolution für ein Schulmodell der richtige Ausgangspunkt, um die Bildung zukunftsfähig zu machen. „Ideologie hat da nichts zu suchen“, meint er mit Blick auf den Gesamtschul-Streit, fordert Investitionen auch in das bestehende Holzmindener Gymnasium und erbittet das Engagement der Wirtschaft für den Fachhochschulstandort Holzminden. Für den geplanten neuen Studiengang Finanzwirtschaft und -management, durch den die Studentenzahlen weit über die 1000er-Marke klettern werden, erhofft er sich finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung einer Professur.

„Setzen Sie die Segel in Richtung Ausbildung“, fordert auch Heiko Gintz, Festredner des Abends und Leiter Berufsausbildung Wolfsburg der Volkswagen Coaching. Er bricht einen Stab für „die Jugend von heute“, die oft gescholten wird. Er erklärt, „wir können es uns einfach nicht erlauben, die jungen Menschen auf der Straße stehen zu lassen“. Gintz verweist auf den Facharbeitermangel, der sich bereits jetzt abzeichnet, macht die Arbeitszufriedenheit zum Thema und auch die Frage, wie man junge Frauen für das Handwerk und die gewerblich-technischen Berufe interessieren kann.

Netzwerke spielen in seiner rede ebenso eine Rolle wie in den Grußworten von Landrat Kozina vom polnischen Partnerlandkreis Glubcyzce, der in Holzminden zu Gast ist und gemeinsam mit Landrat Walter Waske neue Projekte anstößt und sich für die enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg bedankt.

Auch die Unterhaltung kommt beim Kreisfest nicht zu kurz.

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