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Mitglieder vom Manmie Doune Verein Help for Haiti 17 Tage im Einsatz als Nothelfer

Bilanz der Helfer nach Einsatz in Haiti

Hameln. Der zweite Teil der Mission des Hamelner Vereins Manmie Doune Help for Haiti beinhaltete drei Schwerpunkte in der Hauptstadt Port-au-Prince: Der erste Punkt betraf die Arbeit in der Klinik von Dr. Ken Taylor im heruntergekommenen Stadtteil Delmas, in der vom Hamelner Team vor allem chirurgische Fälle bearbeitet wurden. Hier mussten mehrere gutartige Tumore (Lipome) und Ekzeme operiert werden, was sich oftmals unter den improvisierten, haitianischen Bedingungen als sehr problematisch erwies. Aber es gab auch Patienten, denen trotz aller Teammotivation und Improvisationsvermögen einfach nicht mehr geholfen werden konnte.

veröffentlicht am 10.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:01 Uhr

Der zweite Schwerpunkt lag bei der medizinischen Untersuchung und Versorgung haitianischer Flüchtlinge, die nach dem Erdbeben im Jahre 2010 zu Hunderttausenden in sogenannten IDP-Camps untergebracht sind. Nach vorsichtigen Schätzungen der UN sind auch sechs Jahre nach der Katastrophe noch immer mindestens 65 000 Haitianer in den Flüchtlingcamps ohne fließendes Wasser und Abwasser, medizinische und hygienische Grundversorgung und auch ohne jede Hoffnung auf Verbesserung dieses Elends.

Und dazu gesellten sich allein im vergangenen Jahr noch etwa 47 000 Haitianer, die vom benachbarten dominikanischen Militär zwangsweise in ihre Heimat zurücktransportiert worden waren. Die rüde Ausweisungspolitik dieser Wanderarbeiter verschärfte jedoch das für europäische Augen kaum vorstellbare Elend in den improvisierten und ohnehin hoffnungslos überfüllten IDP-Camps drastisch. Genau dort richtete das Hamelner Team seine improvisierte „mobile Sprechstunde“ ein mit einem Sperrmülltisch, wackligen Stühlen und natürlich der teameigenen Ausrüstung aus Sanitätskisten und Notfallrucksäcken.

Diese im permanenten Dreck und Elend lebenden Menschen brachten dann vor allem ihre oftmals bereits chronisch kranken oder fiebrigen Kinder mit Wurmbäuchen, Ekzemen, Fimosen, Durchfällen, Krätze sowie unbehandelten Wunden zur „Sprechstunde“ und erwarteten eine Spontanheilung wochen- oder gar monatelang verschleppter Leiden. Behutsam musste ihnen mithilfe einheimischer Dolmetscher die Wirkung von Antibiose, Wundheilung und vieler in zivilisierteren Ländern gebräuchlicher Vorgehensweisen bei Krankheiten erläutert werden, bevor man sie mit Vitaminen, Aufbaustoffen, Medikamenten, Cremes und Wundversorgung wieder in ihr ungewisses Schicksal entlassen konnte.

Und der dritte Schwerpunkt lag beim Aufbau eines einigermaßen funktionierenden Rettungsdienstsystems, das sich die Cheforganisatorin von HERO (Haitian Emergency Rescue Operations – die Haitianische Notfall- und Rettungsoperationen), Stacy Librandi, auf ihre Fahnen geschrieben hat. Ehrgeiziges Ziel ist die Ausbildung von Haitianern für den Aufbau eines eigenen Systems zur flächendeckenden Notfallversorgung der haitianischen Bevölkerung. Hierbei ist jedoch erst einmal die Präsenz ausländischer Sanitäter (Paramedics) erforderlich, die die nötige praktische Erfahrung und fachliche Kompetenz zur multifunktionalen Ausbildung des zukünftigen haitianischen Sanitätspersonals mitbringen. Der aus Spenden finanzierte amerikanische Ambulanzwagen musste erst aufgerüstet und für den Notfall hergerichtet werden. Das Hamelner Team hatte im Vorfeld des Einsatzes dafür bereits einen automatischen externen Defibrillator (AED) sowie einen Akku sowie Zubehörteile für einen vorhandenen – aber eben nicht einsatzbereiten – EKG-Monitor im Wert von über 1000 Euro beschafft und mitgebracht. Weiterhin konnten noch Infrarotthermometer, Pulsoximeter und Sanitätsmaterial übergeben werden. Nach 17 Tagen und Nächten kehrte das Team dem Dunst und Staub der Hauptstadt Port-au-Prince schließlich den Rücken und trat seine Heimreise nach Deutschland an, berichtet Bernhard Mandla.

Ein bebilderter Infoabend findet am Freitag, 8. April, ab 18.30 Uhr auf dem Heimschiff „Task“ im Hamelner Schutzhafen, Senator-Meyer-Weg, statt.



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