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Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich gestiegen / Bestand an Bauspareinlagen vergrößert

BHW kann auf die ersten sechs Monate bauen

Die BHW Bausparkasse in Hameln hat im ersten Halbjahr ein Ergebnis vor Steuern und Gewinnabführung von 41,8 Millionen Euro erzielt. Damit wurde das Vorjahresergebnis von 23,5 Millionen Euro übertroffen. „Die bisherige Ergebnisentwicklung im Jahr 2012 ist vor dem Hintergrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus erfreulich und basiert auf unserem Kostenmanagement und einer guten Entwicklung der Risikovorsorge“, fasst Dieter Pfeiffenberger, Vorstandsvorsitzender BHW Bausparkasse, das positive Halbjahresergebnis zusammen.

veröffentlicht am 31.08.2012 um 10:21 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Autor:

Edgar Bauer

Das Kerngeschäft der BHW Bausparkasse ist geprägt durch ein Portfolio von privaten Baufinanzierungen mit überwiegend hohen Besicherungen durch selbst genutzte Immobilien. So verbesserte sich der zusammengefasste Saldo aus Kreditrisikovorsorge und Wertpapierergebnis im ersten Halbjahr 2012 mit Nettoaufwendungen in Höhe von 33,1 Millionen Euro deutlich um 8,9 Millionen Euro gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert von 42,0 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss stieg trotz der schwierigen Umfeldbedingungen im ersten Halbjahr 2012 um 2,1 Prozent auf 222,9 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er bei 218,4 Millionen Euro gelegen. Die Verwaltungsaufwendungen lagen mit insgesamt 125,3 Millionen Euro um 3 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Das Provisionsergebnis war hingegen mit einem Nettoausweis von Minus 21,1 Millionen Euro gegenüber Minus 13,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum rückläufig. „Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Erträge aus dem Processing von Krediten für Dritte nach der Auslagerung der Kreditfunktionalitäten nunmehr bei der BHW Kreditservice GmbH ausgewiesen werden“, sagt Pressesprecher Rüdiger Grimmert.

Obwohl das Bausparneugeschäft der BHW Bausparkasse in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hinter den guten – durch einen Sondereffekt verzerrten – Vorjahreszahlen zurückblieb, stieg der Bestand an Bauspareinlagen, also die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, um rund 1,7 Prozent auf insgesamt 18,0 Milliarden Euro.

Das eingelöste Bausparneugeschäft belief sich im ersten Halbjahr 2012 auf rund 5,0 Milliarden Euro, dies waren rund 0,4 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil betrug 10,1 Prozent. Im Vorjahr hatte er bei 10,8 Prozent gelegen. Im beantragten Bausparneugeschäft betrug die Bausparsumme im ersten Halbjahr 5,5 Milliarden Euro nach 6,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

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Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 rund 154 000 neue Bausparverträge gegenüber rund 190 000 Verträgen im Vorjahreszeitraum beantragt. Die durchschnittliche Bausparsumme erhöhte sich leicht auf rund 35 400 Euro gegenüber 35 300 Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. „Begründet ist diese Entwicklung insbesondere durch die Tarifänderung und ­modifikation der BHW Bauspartarife zum 1. Juni des letzten Jahres, die zu einem positiven Sondereffekt im Vertriebsergebnis im ersten Halbjahr 2011 geführt hatte“, sagt Grimmert weiter. „Durch eine Umstellung im Bearbeitungsprozess konnte die Qualität des Geschäfts deutlich verbessert werden.“ Außerdem wurde zu Beginn des Jahres 2012 das Geschäft in Italien eingestellt.

Die BHW Bausparkasse legte damit ähnliche Zahlen vor wie die ebenfalls zur Deutschen Bank gehörende Mutter Postbank, die im ersten Halbjahr ihren Gewinn deutlich steigerte. Der Konzerngewinn unterm Strich betrug 174 Millionen Euro, nachdem im ersten Quartal noch ein Gewinnrückgang verzeichnet worden war. Im Vorjahr hatte er bei 98 Millionen Euro gelegen.

Die Deutsche Postbank AG profitierte nach eigenen Angaben von Einsparungen und rückläufigen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen. Die Integration in die Deutsche Bank mache weiterhin gute Fortschritte.

Der Verkauf des Fonds-Geschäfts an die Deutsche Bank Tochter DWS soll noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Die Postbank-Fonds werden dann von der DWS weitergeführt und die Kundenverträge bleiben weiterhin gültig.

In fast allen Produktbereichen sei ein wachsendes Neugeschäft zu verzeichnen gewesen, berichtete die Postbank. Dies betreffe auch Ratenkredite und die private Baufinanzierung. Kapitalmarktrisiken seien weiter abgebaut worden. Die Kernkapitalquote sei seit dem 30. Juni 2011 um 1,1 Prozentpunkte auf 10,9 Prozent gesteigert worden.

Das Ergebnis sei „auch deshalb erfreulich, weil die Postbank, wie alle einlagenstarken Institute, großen Herausforderungen aus dem anhaltend niedrigen Zinsniveau meistern muss“, sagte Vorstandschef Frank Strauß. Der frühere Manager der Deutschen Bank steht seit 1. Juli an der Spitze des Bonner Geldinstituts.

Im Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung konnte sich die BHW Bausparkasse dem Branchentrend nicht entziehen. So wurden – der Entwicklung der Branche folgend – in den ersten sechs Monaten 2012 6,9 Prozent weniger Baufinanzierungen zugesagt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt wurden inklusive der Auszahlungen von Bauspardarlehen über 2,7 Milliarden Euro für Zwecke des privaten Wohnungsbaus zur Verfügung gestellt. Im Vorjahr hatte der Wert bei 2,9 Milliarden Euro gelegen.

Die bausparunabhängigen Darlehensneuzusagen beliefen sich auf 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr: knapp 1,7 Milliarden Euro), das Prolongationsvolumen blieb mit rund 0,5 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Mit Wirkung zum 1. Mai hatte die BHW Bausparkasse die Kreditfunktionalitäten an die BHW Kreditservice GmbH ausgelagert. „Damit wurde die Basis für eine einheitliche Technologie- und Abwicklungsplattform geschaffen, die künftig im Konzern gesellschaftsübergreifend zur Verfügung gestellt werden kann“, meint Grimmert. „Mit ihr wird die BHW Bausparkasse künftig von geringeren Bearbeitungskosten und einer Entlastung der Verwaltungsaufwendungen profitieren.“

41,8 Millionen Euro – so lautet das Ergebnis vor Steuern und Gewinnabführung der BHW Bausparkasse in Hameln. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahresergebnis. Doch es gibt einen wunden Punkt: die Baufinanzierungen.

Zinsüberschuss der BHW Bausparkasse (in Millionen Euro)

2009

2010

2011 1. Halbjahr 2012

222,9

433

425

449 Quelle: Geschäftsbericht/Grafik: rom

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