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Bausparvolumen nun bei 107 Milliarden Euro / Gasda sieht Postbank-Tochter gut positioniert

BHW glänzt 2008 mit starkem Neugeschäft

Hameln (TT). Trotz oder gerade wegen der Finanzkrise boomt das Geschäft der Hamelner Bausparkasse BHW. Während die Bundesbürger in Scharen aus Aktienfonds flüchten, verzeichnete BHW 2008 ein mit 12,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent verbessertes Neugeschäft. Der BHW-Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Gasda erklärte gestern gegenüber der Dewezet: „In der Finanzkrise haben viele Kunden das Bausparen wiederentdeckt und setzen auf sichere Anlageformen.“ Das Bausparen gehöre zu den Gewinnern des Jahres 2008. Gasda zitierte dazu Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der kürzlich gelobt habe, dass es „mit dem Bausparen doch noch ein Finanzsystem gebe, das auch funktioniere“.

veröffentlicht am 27.01.2009 um 20:24 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

457 000 neue Bausparer

– plus 14 Prozent

Die Kunden des Baufinanzierers der Postbank haben im Geschäftsjahr 2008 insgesamt 457 000 neue Bausparverträge mit einer Summe von 12,374 Milliarden Euro abgeschlossen. Das entsprach einer Steigerung von 14 Prozent in der Anzahl und 10,5 Prozent in der Summe. Zum Geschäftsertrag wollte Gasda noch keine Zahlen bekannt geben. Wie viel die 2500 BHW-Mitarbeiter für die Gewinnseite erwirtschaftet haben, wird erst im März veröffentlicht. Allzu schlecht kann das BHW-Ergebnis jedoch auch unter dem Strich nicht ausfallen, denn Gasda legte sich in der Bewertung des Geschäftsjahres für das BHW fest: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Bausparjahr 2008. Es war eines der besten in der BHW-Geschichte.“ So sei im letzten Jahr auch die Summe der Bargeldauszahlungen auf Rekordhöhe gestiegen, und zwar gegen den Branchentrend um 8,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Darin enthalten seien neben 3,2 Milliarden Euro angesparter Kundengelder auch 1,4 Milliarden Euro Bauspardarlehen (beides zusammen plus 25,4 Prozent) sowie 3,7 Milliarden Euro Baufinanzierungskredite. Die Summe wurde dem privaten Wohnungsbau in Deutschland zur Verfügung gestellt, was Gasda so kommentiert: „Das ist mehr als ein kleines Konjunkturprogramm.“ BHW betreut 3,2 Millionen Kunden mit 4,2 Millionen Verträgen über ein Bausparvolumen von 107 Milliarden Euro.

Modernisierungen

und Altersvorsorge

Mit Blick auf 2009 zeigt sich Gasda optimistisch für „die Nummer zwei unter den deutschen Bausparkassen“: Bei der Entwicklung des Neugeschäfts setzt der BHW-Chef neben dem Kerngeschäft um Bausparverträge und Baufinanzierungen vor allem auf „einen weiter steigenden Trend der privaten Investitionen zur Modernisierung von Altimmobilien und für Energiemaßnahmen“. Darin sieht Gasda wichtige Geschäftsfelder für die Zukunft. Schließlich gebe es in Deutschland einen Altbestand von 40 Millionen Wohneinheiten, von denen 70 Prozent über 30 Jahre alt und damit in Teilen modernisierungsbedürftig seien. Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld für den Vertrieb der Postbank-Tochter sei der Altersvorsorgemarkt. Hier könne BHW seit drei Monaten eine ganze Palette an zertifizierten Produkten anbieten.

Alle Zukunftsprognosen haben für Gasda auch unter dem Eindruck der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank Bestand. Gasda: „Wenn beide Partner weiter mit ihren Marken am Markt agieren, dann können alle nur profitieren. Für BHW kann das eine große Chance bedeuten.“ Die Hamelner Postbank-Tochter habe sich in den vergangenen Jahren „personell verschlankt, ihre Prozesse optimiert, die Produktivität mächtig nach oben gefahren, und sich auf das Kerngeschäft konzentriert“. Das bedeute heute für BHW auch unter den neuen Vorzeichen „große Vorteile“. Letztlich sei der heutige, gute innere und wirtschaftliche Zustand von BHW „auch ein Standortvorteil für Hameln“.

Glänzt in Hameln: Die Zentrale der Postbank-Tochter BHW, die als Baufinanzierer im Jahr 2008 der Finanzkrise getrotzt hat und ein starkes Neugeschäft vermeldet.



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