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Unruhe in der Lehrerschaft / Versprechen: Gespräche über Zusammenführung "ergebnisoffen" führen

Bewegung in der Bückeburger Schullandschaft?

Bückeburg (bus). Die jüngste Sitzung des Schul- und Berufsschulausschusses des Kreistags ist wesentlich unaufgeregter verlaufen, als zu vermuten stand. Eine im Vorfeld der Zusammenkunft publizierte Beschlussempfehlung hatte in der hiesigen Schullandschaft erhebliche Unruhe aufkommen lassen. Die unbeholfen formulierte Empfehlung war in Bückeburg dahingehend interpretiert worden, dass das Gymnasium "organisatorisch und alternativ dazu räumlich" mit der Haupt- und der Realschule zusammengeführt werden soll.

veröffentlicht am 25.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Situation der weiterführenden Bückeburger Schulen - das Foto

Die Tagesordnung der außerordentlich gut besuchten Sitzung - etwa 50 Zuhörer, zumeist Vertreter Bückeburger Schulen bekundeten ihr Interesse - wurde vorsorglich um den Punkt "Einwohnerfragestunde" ergänzt. Bevor die Bürger zu Wort kamen, hatte unterdessen eine auf Antrag der CDU-Fraktion beschlossene Neufassung des umstrittenen Beschlussabschnitts die Wogen geglättet. Die schlussendlich einstimmig beschlossene Empfehlung an den Kreistag lautet: "Die Verwaltung wird beauftragt, Gespräche mit den betroffenen Interessengruppen (Schulleitern, Eltern- und Schülervertretungen) ergebnisoffen aufzunehmen, um die räumliche Situation an Bückeburgs Schulen zu erörtern und gegebenenfalls zu optimieren." Darüber hinaus trug der Verzicht auf die inhaltliche Diskussion der Thematik zur Beruhigung der Gemüter bei. Was im Kreis der Bückeburger Pädagogen den Begriff "Schmuseveranstaltung" laut werden ließ. In der Sitzung sei "reichlich Kreide verteilt" worden, war aus der Lehrerschaft zu vernehmen. Zudem hatte Kreisdezernentin Eva Burdorf - "hier wird heute nichts entschieden" - den besorgten Bückeburgern den Protestwind aus den Segeln genommen. Dass der Ausschuss trotz alledem einige höchstinteressante Diskussionsbeiträge zu hören bekam, war dem Mitteilungsbedürfnis der Anwesenden geschuldet. Einmal war die Rede von einem "Reform- und Nachholstau" - was auf die Renovierungsbedürftigkeit von Gebäudestruktur und Ausstattung der Graf-Wilhelm-Schule zielte. Ein anderes Mal wollte ein Pädagoge wissen: "Ist es richtig, dass ich den Eindruck bekommen konnte..." Und schließlich gab jemand zu Protokoll, "auf Fragen zu inhaltlichen Dingen verzichten" zu wollen. Burdorf fasste die gegenwärtige Schulstruktur in Bückeburg mit dem Wortlaut zusammen: "Angesichts der möglichen Veränderungen für alle Schulen am Standort Unterwallweg ist sowohl aus pädagogischer als auch aus ökonomischer Sicht eine Umsetzung des bereits im Rahmen der Schulstrukturreform erörterten Konzepts sinnvoll. Da das Gymnasium bis einschließlich 2010/2011 keinesfalls ohne Außenstelle auskommt, macht ein Erweiterungsbau frühestens zum Schuljahr 2011/2012 Sinn. Dieser müsste rechtzeitig geplant und fertiggestellt werden, damit die Schule langfristig ohne Außenstelle arbeiten kann." "Bis dahin könnten", heißt es in Burdorfs Fazit weiter, "sowohl die zusammengefasste Haupt- und Realschule in der Graf-Wilhelm-Schule als auch das Gymnasium mit Außenstelle in der Herderschule unter angemessenen räumlichen Rahmenbedingungen ihren Unterricht in Gebäuden erteilen, die sie selbst bewirtschaften und eigenverantwortlich belegen können. Anderenfalls würden angesichts der zurückgehenden Schülerzahlen an Haupt- und Realschule sowie den steigenden Schülerzahlen am Gymnasium ständige organisatorische Probleme für den Bereich Unterwallweg zumindest bis 2011 festgeschrieben." Daher schlage die Kreisverwaltung vor, zunächst die einzelnen Schritte der notwendigen Maßnahmen mit den betroffenen Schulen unter Einbindung der Eltern- und Schülervertretungen zu erörtern und abzustimmen. Was, wie der Empfehlungsbeschluss verdeutlicht, "ergebnisoffen" erfolgen soll.



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