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Wohnungsbrand an Habichhorster Straße / Brandmeister: Gleich gemeldet, dass es ein Todesopfer gibt

Bettlägerige Frau den Flammen ausgeliefert

Stadthagen (gus). Eine 84-jährige Stadthägerin ist gestern bei einem Brand in ihrer Wohnung ums Leben gekommen. Warum das Feuers in den frühen Morgenstunden an der Habichhorster Straße ausgebrochen ist, konnte noch nicht geklärt werden.

veröffentlicht am 04.01.2008 um 00:00 Uhr

Komplizierter Zugang: Der elektrische Rolladen am rechten Fenste

Kurz nach fünf Uhr haben Nachbarn laut Polizeibericht Feuerschein im ersten Obergeschoss des Hauses nahe dem Kindergarten gemeldet. Stadthagens Ortsbrandmeister Rainer Pflugradt ist nach eigener Aussage wenig später am Brandort eingetroffen - als erster von 40 Feuerwehrleuten, die für die Löscharbeiten benötigt wurden. "Ich habe gleich gemeldet, dass es sehr wahrscheinlich ein Todesopfer gibt", sagte Pflugradt. Beim Blick durch ein Fenster in das Schlafzimmer der Wohnung sei ihm sofort klar gewesen, dass für die Bewohnerin jede Rettung zu spät kam. Das bestätigt auch Polizeisprecherin Gabriele Mielke. "Die Frau verbrannte in ihrem Bett und konnte nur noch tot geborgen werden", so Mielke. Der Weg ins Haus erwies sich laut Pflugradt als schwierig. Weil die mehrfach gesicherte Eingangstür nur mit schwerem Gerät aufzubrechen war, versuchten einige Feuerwehrleute, per Drehleiter in die Küche der 84-Jährigen vorzudringen, während ein weiterer Trupp die Tür mit einem Trennschneider öffnete. Ein elektrischer Rollladen am Küchenfenster war jedoch zur Hälfte heruntergelassen und dessen Stromversorgung wegen des Feuers unterbrochen. So erschwerte und verzögerte sich der Zugang für die Rettungskräfte zusätzlich. Das Schlafzimmer der 84-jährigen Rentnerin, die allein in der Wohnung lebte, brannte völlig aus. Der Feuerwehr gelang es aber, ein Übergreifen der Flammen auf die übrigen Wohnräume des Hauses, in dem auch Angehörige der Toten wohnen, zu verhindern. Bis etwa 6.30 Uhr waren die Brandbekämpfer im Einsatz, so Pflugradt.Außerdem waren Notfallseelsorger vor Ort, die sich um die Angehörigen des Brandopfers kümmerten. Den materiellen Schaden beziffert die Polizei mit 50 000 Euro. Während der Löscharbeiten kam es zu Behinderungen des Berufsverkehrs, da die Habichhorster Straße für die Feuerwehr gesperrt werden musste. Die Autos wurden durch das Villenviertel umgeleitet. "Die Brandursache steht noch nicht fest", erklärte Polizeisprecherin Mielke. Nach den ersten Erkenntnissen der Tatortgruppe der Polizei könne eine Klemmlampe den Brand ausgelöst haben. Die so genannte Schwanenhalslampe sei am Bett befestigt gewesen und habe als Nachtlicht gedient. Auszuschließen ist nach Aussage Mielkes auch ein technischer Defekt am elektrischen Bett der Toten nicht. Die Untersuchungen dauern noch an. Die Brandermittler des Fachkommissariats 1 der Polizei Nienburg/Schaumburg haben die Ermittlungen aufgenommen.

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