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Kein "Tante-Emma-Hospital" / Stiftungs-Vorstand Winckler: Steigen nicht mit trockenen Füßen in ein leckes Boot

Bethel: Gut aufgestellt, aber nicht ohne Zukunftssorgen

Bückeburg (bus). Ungeachtet der derzeitigen Diskussion um das zukünftige Aussehen der Schaumburger Krankenlandschaft sieht sich das Krankenhaus Bethel aktuell und für die nahe Zukunft gut aufgestellt. "Wir befinden uns nicht, wie die Häuser in Rinteln und Stadtha gen, in der finanziellen Bredouille", unterstrich Stiftungsvorstand Dr. Michael Winckler während einer Informationsveranstaltung des Freundeskreises Stiftung Bethel. Die kurz vor dem Abschluss stehenden Budget-Verhandlungen mit den Krankenkassen stellten für 2008 ein auskömmliches Ergebnis in Aussicht.

veröffentlicht am 04.06.2008 um 00:00 Uhr

Zugleich verdeutlichte Winckler, dass die Expertenprognose, nach der kleinen Häusern langfristig die Luft ausgehe, wohl auch für Bethel Gültigkeit besitze. Auch wenn Bethel mit seinen rund 180 Betten kein "Tante-Emma-Hospital" sei: "Wir werden Probleme bekommen." Was aber auf die Tagesaktivitäten keinerlei Einfluss habe. "Wir legen die Hände nicht in den Schoß", stellte der Vorsitzende der Stiftung Bethel klar, "und stellen uns mit hoch motivierten Ärzten und einer kompetenten Mitarbeiterschaft weiter mit Volldampf auf unseren Auftrag ein." Angesichts der Größenordnung einer Schaumburger Zentralklinik (80 bis 100 Millionen Euro Kosten, wohl mindestens fünf bis sechs Jahre Vorlaufzeit) machte Winckler auf die momentan zweite mögliche Lösung aufmerksam, die eine Veräußerung der öffentlich geführten Häuser vorsieht. Das vom Landkreis angeschobene Bieterverfahren, das das Interesse potenzieller Investoren ermitteln soll, stehe kurz vor dem Abschluss. Unabhängig von den schlussendlichen Entscheidungen setzt Bethel auf die Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Krankenhaus-Betreiber "ProDiako". Das gemeinnützig organisierte Unternehmen führt, die christliche Ethik als Leitwert betrachtend, seit 1999 evangelische Krankenhausträger Niedersachsens und das Diakonische Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover zusammen. Winckler: "ProDiako vertritt unsere Interessen. Bei einem kreisweiten Zusammenschluss werden wir uns gewisse Grundrechte zusichern lassen." Ansonsten bleibe er bei seiner Ankündigung: "Wir steigen nicht mit trockenen Füßen in ein leckes Boot."

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