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Ambulante Begegnungsstelle für psychisch Belastete feierte 20-jähriges Bestehen und wirbt für Mitglieder und Sponsoren

Besucher der Brücke nehmen Hilfe an und geben Hilfe

Hameln. Mit einer Reihe von Veranstaltungen feierte die Brücke e.V. im vergangenen Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Mit dem Kunstprojekt „Eines Menschen Zeit“ und der Ausstellung in der Stadtgalerie konnte der Verein auf seine Begegnungsstätte aufmerksam machen. Ein Gottesdienst in der Marktkirche, organisiert vom Beirat und den Besuchern, fand ebenso Anklang wie die Festveranstaltung im Lalu mit dem selbst organisierten Buffet.

veröffentlicht am 28.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:21 Uhr

Der Vorstand der Brücke mit (v. li.) Schriftführerin Gabi Langne

Das Vereinsangebot der ambulanten Hilfe für psychisch kranke Menschen ist angewiesen auf die freiwillige Leistung des Landkreises, die Projektförderung des Landes, die Beihilfe vom Paritätischen und auf die Unterstützung seitens der AOK. Ebenso wichtig ist die Mitgliederwerbung und die finanzielle Unterstützung von Sponsoren und über Spenden.

Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung bietet die Brücke Beratung, Vermittlung und Begleitung in tagesstrukturierenden Maßnahmen an. Wichtig sind diese Hilfen für junge psychisch erkrankte Menschen, für Menschen mit schwerer Beeinträchtigung im Kontaktverhalten und für Menschen in Krisensituationen. Für ältere chronisch erkrankte Menschen ist die Brücke ein zweites Zuhause – ein sozialer Raum – ähnlich wie Familie und Nachbarschaft.

Im Tagesablauf der Begegnungsstätte, im Miteinander, unterstützen sich die Besucher. Gegenseitige Besuche, Krankenhausbesuche und Alltagsbegleitung sind für die Besucher der Brücke ein wichtiger Aspekt, um sich gegenseitig zu unterstützen. Viele übernehmen Verantwortung und leiten Gruppenangebote, die Teestube, die Strickrunde, die Gesprächsgruppe für Betroffene und das Sonntagsfrühstück. Die Festangestellten bieten mit der offenen Hilfe Angebote, in denen die psychisch Kranken nicht nur Hilfe annehmen, sondern auch anderen Betroffenen Hilfe geben können.

Fast täglich informieren sich Menschen bei der Brücke telefonisch, fragen nach Ärzten und Therapeuten. „Viele wissen nicht, an wen sie sich wenden können bei Burnout, Depressionen und Ängsten – viele fragen nach, wollen ihren Arbeitsplatz nicht verlieren“; berichtet die Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung. „Dann die Fragen nach einem Therapieplatz, viele haben sich schon erkundigt. Wartezeiten von sechs bis neun Monaten sind die Regel.“ Die 6699 Kontakte belegen, wie wichtig die Be-gegnungsstätte für Betroffene ist. 752 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden außerdem geleistet.

Der Dank der Vorsitzenden ging an die neu hinzugewonnen freiwilligen Helfer Stefan Goretzko, Rolf Maulhardt, Maurizio Tacci, Bernd Samlewski, Pirjo Hamann und Kathrin Niebur. Stefan leitet die Holzwerkstatt, und mit der gemütlichen Lesestunde wurde ein zusätzliches Angebot geschaffen, das gut angenommen wird. Angeboten wird einmal monatlich ein Gesundheitstraining mit Andrea Godall. Die Ehrenamtlichen werden von Magdalene Grotehans fortgebildet. Eine Depressionsgruppe unter Leitung von Renate Sielaff wird vom Land gefördert.

Frau Altmann und Frau Lemke, Mitarbeiterinnen vom „Tagewerk“, bieten eine zweite Depressionsgruppe in der Brücke-Begegnungsstätte an. Kathrin Niebur und Marion Scharff arbeiten als Honorarkräfte für den Verein. Als „Flying Bridges“ nehmen die Aktiven auch in diesem Jahr wieder an den Boule-Stadtmeisterschaften teil.

Der Golfclub wird in diesem Jahr wieder ein Golfturnier zugunsten der Brücke organisieren, und der Tennisclub aus Klein Berkel will eine Sponsorenveranstaltung zugunsten der Brücke ausrichten. Der Weihnachtsbasar des Vereins findet voraussichtlich am 21. November statt. Mit einem Minus von 4700 Euro wurde das Haushaltsjahr 2009 abgeschlossen. Das Defizit konnte mit Rücklagen ausgeglichen werden. Kassenwart Georg Richter berichtete von rückläufigen Spendeneinnahme bei gleichzeitig gestiegenem Bedarf von Beratung und Begleitung. Der gesamte Vorstand wurde im Amt bestätigt.

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