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Verein strebt Therapiezentrum in Schaumburg an / 15 Kinder werden kreisweit unterstützt

Bessere Förderung für autistische Kinder

Landkreis (sk). Im Gemeindehaus Seggebruch haben Vertreter des Vereins "Hilfe für das autistische Kind" Ziele vorgestellt und für ein Therapiezentrum in Schaumburg plädiert.

veröffentlicht am 06.10.2006 um 00:00 Uhr

Von Autismus betroffene Menschen leben in einem Zustand innerer Zurückgezogenheit und leiden an einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung. Eine geistige Behinderung, betonte Heinz Heiringhoff, sei Autismus nicht. Der Helpser ist Vater einer autistischen Tochter (18) und steht dem Regionalverband Schaumburg des Vereins vor. Wie viele Menschen genau im Landkreis von der Entwicklungsstörung betroffen sind, sei nicht erfasst, so Heiringhoff. "Heruntergerechnet" nach statistischen Angaben für Deutschland könnten es etwa 30 bis 50 Kinder sein. Derzeit erhalten hier 15 autistische Kinder Unterstützung, unter anderem in der Tagesbildungsstätte in Stadthagen und im heilpädagogischen Kindergarten sowie in Einrichtungen der Jugendhilfe. Autistische Kinder haben massive Probleme mit Veränderung im gewohnten Tagesablauf oder in ihrer Umgebung, wenn zum Beispiel Möbel umgestellt werden. Die Kinder brauchen besondere Hilfe und Förderung. Die Tagesbildungsstätte am Ostring, in der geistig und körperlich behinderte Kinder betreut werden, sei auf die Krankheit Autismus nicht eingestellt, legte Heiringhoff dar. Das nächste Therapiezentrum für autistische Kinder - 28 Zentren gibt es in Deutschland - befindet sich in Hannover. Das sei einfach zu weit entfernt für eine tägliche Anreisen, so Heiringhoff. Ziel des Vereins sei es darum, in Schaumburg ein Therapiezentrum ins Leben zu rufen. "Darum sitzen wir hier", betonte der Vereinsvorsitzende.

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