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Loge "Wittekind zur Westfälischen Pforte" präsentiert sich im Rathaus detailbeflissen

Beschränkter Blick in maurerische Karten

Bückeburg (bus). Das "Lange Nacht"-Angebot, Auskünfte über die Freimaurerei in Bückeburg zu erhalten, ist im historischen Saal des Rathauses auf große Resonanz gestoßen. Auskunftsgeber waren Mitglieder der 1780 in Minden gegründeten Johannis-Freimaurerloge Wittekind zur Westfälischen Pforte. Allzu tief ließen sich die zu Vertrauen und Verschwiegenheit verpflichteten "Brüder" allerdings nicht in die maurerischen Karten schauen.

veröffentlicht am 17.09.2007 um 00:00 Uhr

Hans-Jörg Deichholz (stehend) und Dieter Heinrich (rechts neben

Dabei bestehe das Mysterium der "geheimnisumwitterten Organisation" (Logenmeister Dieter Heinrich) lediglich in dem Wunsch, die Verletzlichkeit emotionalerÖffnung jeder Persönlichkeit vor Bloßstellung auf offenem Markte zu schützen, war während der Versammlung in Erfahrung zu bringen. Dass die Selbstdarstellung der auf den Grundidealen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität fußenden Gemeinschaft nicht vollends gelang, war zu einem großen Teil der blutleeren und langatmigen Vortragsweise geschuldet. Heinrich und Hauptreferent Hans-Jörg Deichholz lasen - zumeist gesenkten Kopfes - vom Blatt. Und als Deichholz nach 38 Minuten ankündigte, "jetzt zum Kern kommen" zu wollen, war die Zeit so gut wie verflossen, Bückeburg bis dahin nicht ein einziges Mal erwähnt worden. Wenig zufriedenstellend war darüber hinaus, dass aufgrund der ausufernden Detailbeflissenheit des Referenten und wegen des vorgegebenen Zeitlimits die Diskussion mit der durchaus interessierten Zuhörerschaft abrupt abgebrochen werden musste. Immerhin erfuhr das Publikum (erst) auf Nachfrage von den ausschließlich auf männliche Mitbürger beschränkten Aufnahmemöglichkeiten der Mindener Loge. Als tröstlich wurde Deichholz Aufforderung, die Bewältigung des Widerspiels von "Hoffnung auf und Schrecken vor dem Neuen" vor Ort in Angriff zu nehmen, aufgenommen: "Warten wir nicht auf die anderen, sondern beginnen wir bei uns selbst."



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