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Baum des Jahres 2007 spielt in heimischen Wäldern nur untergeordnete Rolle

Bescheidene Schönheit mit zähem Überlebenswillen - die Waldkiefer

Springe (crs/mari). Eine bescheidene Schönheit mit zähem Überlebenswillen ist Baum des Jahres 2007: die Waldkiefer (Pinus sylvestris L.), auch Kienbaum, Föhre oder Forche genannt. In der Deisterstadt ist die Kiefer allerdings wohl häufiger als Möbelstück in den eigenen vier Wänden zu finden als in der freien Natur: "Die Kiefer spielt in unseren Wäldern eine untergeordnete Rolle", sagt Springes Stadtförster Bernd-Dieter Gallas. Allein im Gebiet "Zum Wolfstal", in der Nähe der Karl-Hiller-Hütte (Ebersberg), gibt es auf 1000 Quadratmetern ein größeres Vorkommen.

veröffentlicht am 06.01.2007 um 00:00 Uhr

Weder selten noch bedroht - und trotzdem Baum des Jahres: Die Wa

In Niedersachsens Wäldern findet man keinen zweiten Baum häufiger als die Kiefer, auch bundesweit ist die Kiefer nach der Fichte die zweithäufigste Baumart. Der Deister ist jedoch vorrangig von Buchen und Fichten geprägt. Dass die relativ anspruchslose Kiefer hier so selten vorkommt, ist nach Auskunft des Forstamtes kein schlechtes Zeichen: Unser Boden ist schlicht zu gut und zu nährstoffreich. Deswegen werden vorrangig Bäume mit wertvollerem Holz angepflanzt. Und noch ein Grund: "Da Buchen und Fichten von Natur aus am besten an den hiesigen Standort angepasst sind, sind sie am widerstandsfähigsten gegen Insekten und Krankheiten", erklärt Gallas. "Sie sind ökologisch stabil." "Pinus sylvestris" dagegen leide im Deister unter Eis und Schnee. "Unter der Last brechen sehr schnell Äste ab." Dass die Kiefer vom Kuratorium "Baum des Jahres" trotzdem gewählt worden ist (und dabei Walnuss und Elsbeere hinter sich gelassen hat), liegt vor allem an ihrer historischen Bedeutung bei der deutschlandweiten Wiederaufforstung im 19. Jahrhundert. Nach den immensen Rodungen durch Köhlerei, Erz- und Salzgewinnung wurden die Flächen durch die anspruchslose und schnell wachsende Baumart wiederaufgeforstet. Ein weiterer Grund ist der geringe Wasserbedarf der Kiefer. Durch diese Eigenschaft dürfte sie aufgrund der immer wärmer und trockener werdenden Sommer wieder in den Fokus der Forstwirtschaft rücken. Mit der Klimaerwärmung und der entsprechenden Ausdehnung trockener Standorte wird die Kiefer Experten zufolge eher zurechtkommen als andere einheimische Baum arten. Die Kiefer ist eine reine Nutzbaumart; ihr Holz ist in der Möbel- und Bauindustrie sehr beliebt. Kiefernölextrakte werden als Duft- und Massageöle, Badezusatz, Saunaaufgüsse und als Wirkstoff gegen Erkältungskrankheiten oder Halsbeschwerden verwendet.



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