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Baum des Jahres 2007 spielt in heimischen Wäldern nur untergeordnete Rolle

Bescheidene Schönheit mit zähem Überlebenswillen - die Waldkiefer

Rinteln (crs). Eine bescheidene Schönheit mit zähem Überlebenswillen ist Baum des Jahres 2007: die Waldkiefer (Pinus sylvestris L.), auch Kienbaum, Föhre oder Forche genannt. Im Landkreis Schaumburg ist die Kiefer allerdings wohl häufiger als Möbelstück in den eigenen vier Wänden zu finden als in der freien Natur im Wald: "Die Kiefer spielt in unseren Wäldern eine untergeordnete Rolle", sagt Christian Weigel, Leiter des Forstamtes Oldendorf. Größere Vorkommen gibt es vor allem in den Rintelner Förstereien Taubenberg, Dobbelstein und Möllenbeck.

veröffentlicht am 03.01.2007 um 00:00 Uhr

Weder selten noch bedroht - und trotzdem Baum des Jahres: Die Wa

In Niedersachsens Wäldern findet man keinen zweiten Baum häufiger als die Kiefer, auch bundesweit ist die Kiefer nach der Fichte die zweithäufigste Baumart, das Weserbergland jedoch ist vorrangig von Buchen geprägt. Dass die relativ anspruchslose Kiefer hier so selten vorkommt, ist nach Auskunft des Forstamtes kein schlechtes Zeichen: Der Boden ist schlicht zu gut. "Wir haben hier überdurchschnittlich gute Baumstandorte", erläutert Weigel, und deswegen würden vorrangig wertvollere und anspruchsvollere Bäume wie eben die Buche gepflanzt. Die Kiefer ist also weder selten noch gefährdet. Dass sie vom Kuratorium "Baum des Jahres" trotzdem gewählt worden ist (und dabei Walnuss und Elsbeere hinter sich gelassen hat), liegt vor allem an ihrer historischen Bedeutung bei der deutschlandweiten Wiederaufforstung im 19. Jahrhundert. Nach den immensen Rodungen durch Köhlerei, Erz-und Salzgewinnung wurden die Flächen durch die anspruchslose und schnell wachsende Baumart wiederaufgeforstet. Ein weiterer Grund ist der geringe Wasserbedarf der Kiefer. Durch diese Eigenschaft dürfte sie aufgrund der immer wärmer und trockener werdenden Sommer wieder in den Fokus der Forstwirtschaft rücken. Mit der Klimaerwärmung und der entsprechenden Ausdehnung trockener Standorte wird die Kiefer Experten zufolge eher zurechtkommen als andere einheimische Baumarten. Die Kiefer ist eine reine Nutzbaumart; ihr Holz ist in der Möbel- und Bauindustrie sehr beliebt. Kiefernölextrakte werden als Duft- und Massageöle, Badezusatz, Saunaaufgüsse und als Wirkstoff gegen Erkältungskrankheiten oder Halsbeschwerden verwendet.



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