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Heute will der Ortsrat entscheiden: Für oder gegen ein neues Bergrennen

Bergrennen: Von 240 befragten Anwohnern stimmen 221 dafür

Schaumburg (wm). Heute findet im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg eine außerordentliche Sitzung des Ortsrates für Deckbergen, Schaumburg und Westendorf statt mit einem einzigen Thema: Das Bergrennen auf der Unabhängigkeitsstraße am 18. und 19. August, das der Motorsportclub Schaumburg nach 16 Jahren erstmals wieder durchführen will. Die Meinungen im Ortsrat sind Pro und Kontra, wobei sich zumindest Ortsbürgermeister Eckhard Hülm bereits festgelegt hat: Er lehnt eine Neuauflage des Bergrennens ab.

veröffentlicht am 19.01.2007 um 00:00 Uhr

Alte Lokalmatadoren: Walter Struckmann, Bernd Frank und Wilhelm

Die außerordentliche Sitzung beantragt haben die Ortsratsmitglieder Ewald Bredow, August Beißner, Dorothee Heidel, Antje Rinne, Petra Sasse und Karl Kohlmeier. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr. Der Motorsportclub hat in einer Vorlage detailliert dargestellt, wie das Rennen ablaufen soll. Wie in den Vorjahren ist Platz für die Zuschauer auf dem Wanderweg am Waldrand, der "Westendorfer Tribüne", das Fahrerlager würde direkt in Westendorf eingerichtet. Bereits am 8. November hat eine Besprechung mit dem Landkreis, der Polizei, der Stadt Rinteln, dem Forstamt Hess. Oldendorf und dem Motorclub stattgefunden, an dem unter anderem Kreisrätin Ursula Krahtz, Harald Groß, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bei der Polizei, Heinz-Dieter Edler für das Ordnungsamt der Stadt Rinteln und Forstamtsleiter Christian Weigel teilgenommen haben. Wie Forstamtsleiter Weigel darstellte, gebe es im Zuschauerbereich keine besonders geschützten oder gefährdeten Pflanzen (gemäß der Roten Liste), Teile des Wege seien so gut wie überhaupt nicht bewachsen und würden ohnehin von Wanderern genutzt. Aus Sicht der Forst gebe es damit keine Einwände. Eine direkte Anliegerbefragung, so der Motorclub, habe ergeben, dass von 240 befragten Anwohnern vom Bauernbrinküber die Lustgartenstraße Schwedenschanze, Soltzenegge, Ulanenstraße bis zur Zollstraße 221 für das Bergrennen gestimmt haben, das heißt, die überwiegende Mehrheit. Das sei ein eindeutiges Votum für das Bergrennen, betonten gestern Kathy Wilkening und Carsten Fiedler, die sich an der Umfrage beteiligt haben: "Die spannende Frage ist nun, ob sich die Ortsratsmitglieder und vor allem der Ortsbürgermeister der Meinung der Westendorfer Einwohner anschließen?" Für das Rennen, so sieht es die Verwaltung, spreche, dass es erwartungsgemäß viele Zuschauer aus der ganzen Region geben wird, unter dem Aspekt des Stadtmarketings eine Bereicherung des Veranstaltungsangebotes. Gegen ein Rennen spricht die Belastung von Natur und Umwelt, wie die Lärmemissionen. Eine besondere Gefahr sieht man auch darin, dass die Unabhängigskeitssstraße nach dem Rennen weiterhin als "illegale Rennstrecke" von Motorrad- wie Autofahrer genutzt wird - ein Problem, mit dem sich unter anderem auch die Möllenbecker herumschlagen, wo an schönen Sommertagen auf der Kreisstraße zwischen Möllenbeck und Krankenhagen regelrechte Rennen gefahren werden. Auch die Polizei hat Bedenken aus Gründen der Verkehrssicherheit. Durch den Zuschauerverkehr werde es auf der Bundesstraße vor allem im Kreuzungsbereich in Westendorf zu Problemen kommen, ebenso auf der Landesstraße im Auetal, die als Umgehung für die Autobahn genutzt wird. Auch den Aspekt des Umweltschutzes, so Rintelns Polizeichef Gerhard Bogorinsky sollte man nicht übersehen.

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