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Museumsumbau als großer Kostenfaktor / Pflege der Bergbautraditionen

Bergmannsverein will sich jetzt weiter ins Zeug legen

Osterwald (gök). „Schichtbeginn!“ So begrüßte der oberste Bergmann in Osterwald – Hans-Dieter Kreft – seine Kumpel zur Versammlung. Der Verein zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald hatte zur Jahreshauptversammlung geladen. Mit dem Anfahrgebet schickten die Osterwalder Kumpel wieder einen Gruß an die verstorbenen Kumpel des letzten Jahres.

veröffentlicht am 10.03.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 21:21 Uhr

Mit diesem traditionellen Beginn kommt Kreft auch den Forderungen aus dem Verein selber nach. Denn die Mitglieder begrüßen und fordern auch die Pflege der Traditionen. Auch deswegen feiern die Vereinsmitglieder seit einigen Jahren die Barbara-Feier am 4. Dezember, wo die Kumpel ihrer Schutzpatronin gedenken. In allen Bergwerken, Stollen und im Bau befindlichen Tunneln des Abendlandes wird an diesem Tag ein Feiertag begangen und nicht gearbeitet.

Stilecht wurden nun auch zwei neue Mitglieder in den Bergmannsverein Osterwald eingeführt. „Eigentlich ist es Brauch, dass neue Mitglieder in Bergmannsvereinigungen auf einem leeren Bierfass stehen, ein Bier in einem Zug trinken und danach über ein Arschleder eines Bergmanns springen. Doch hier in Osterwald ist die Gefahr zu groß, dass der neue Kumpel bei der Landung durchbricht und in einem alten Stollen landet“, scherzte Kreft vor der Versammlung. Also hielten lediglich zwei Kumpel ein Arschleder, und die neuen Mitglieder Mario Drössler und Friedhelm Walta stiegen über dieses symbolisch in den Verein hinein, nachdem sie die drei Fragen nach ihrem Namen, Herkunft und Beruf beantwortet hatten. Drössler erklärte sich sogar für künftige Stollenführungen bereit und soll in Kürze zum Stollenführer ausgebildet werden.

Im vergangenen Jahr wurde vor allem der Umbau des Museums zusammen mit Dr. Olaf Grohman vorangetrieben. Dabei ging der Verein ein ums andere Mal an seine finanzielle Schmerzgrenze. Die Finanzreserven sind nahezu aufgebraucht, so dass der Verein sich nach dem Umbau künftig wieder voll auf die Veranstaltungen konzentrieren muss, um auf finanziell gesunden Füßen zu stehen. Ohne die zahlreichen Spenden hätte der Verein in den vergangenen zwei Jahren nicht so viel in das Museum investieren können. Allein aus Vereinsmitteln wurden 2010 für das Museum über 21000 Euro aufgebracht. Zwar ließ 2010 die Anzahl der Führungen etwas nach, doch die Anzahl der Besucher konnte aufgrund der größeren Gruppen etwas gesteigert werden. Insgesamt kamen knapp 1800 Besucher nach Osterwald in den Hüttenstollen.

Nach den Arbeiten am Museum muss sich der Verein im kommenden Jahr wieder etwas mehr um den Hüttenstollen kümmern. „Denn mit dem Stollen verdienen wir unser Geld und finanzieren auch unsere anderen Veranstaltungen“, so Kreft. Eine besondere Ehrung wurde dem Schriftführer Frank-Michael Heinrich zuteil. Für seine 25-jährigen Verdienste um den Verein, unter anderem als Besucherführer ehrte Hans-Dieter Kreft ihn.



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