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Seit einem Jahr betreut Kindergarten Bergkrug Kinder im Krippenalter

Beim Start noch "ein Spagat"

Helpsen/Seggegruch (mw). Seit einem Jahr werden im Kindergarten Bergkrug zusätzlich zu den drei- bis sechsjährigen Kindern auch Kleinkinder im Alter von unter drei Jahren in gemeinsamen Gruppen betreut. Über ihre damit verbundenen Erfahrungen berichten Sabine Hage, die Leiterin der Einrichtung, und die Erzieherin Sanja Bajkovec-Claus.

veröffentlicht am 01.09.2008 um 00:00 Uhr

Sabine Hage (hinten, v.l.) und Sanja Bajkovec-Claus betreuen Kle

Mit der Betreuung der unter dreijährigen Kinder haben sich einige Veränderungen im Kindergarten Bergkrug ergeben. Zunächst mussten nach Auskunft von dessen Leiterin Sabine Hage verschiedene räumliche Voraussetzungen geschaffen werden. Unter anderem wurden ein Ruheraum eingerichtet, in dem die Kleinkinder ihren Mittagsschlaf abhalten können, und eine niedrige Kindertoilette im Sanitärraum installiert. Für deren Alter geeignetes Spielzeug, zu dem auch einfache Haushaltsgegenstände wie Töpfe und Kochlöffel gehören, fand ebenfalls Eingang in den Kindergarten. Betreut werden die unter Dreijährigen in gemeinsamen Gruppen mit älteren Kindergartenkindern, erläutert Hage. Anfangs hätten die Erzieherinnen daher einen "Lernprozess" im Umgang mit den Kleinkindern durchlaufen. "Es ist ein ganz anderes Arbeiten", stellt sie fest. So dauert etwa deren Eingewöhnungszeit länger, wobei auchzu Hause praktizierten "Ritualen" und von dort mitgebrachten Erinnerungstücken eine große Bedeutung zukommt. Das Spielverhalten unterscheidet sich zudem von dem derälteren Kinder. Die unter Dreijährigen beschäftigen sich nicht so lange mit einer Sache, was aber "ganz normal" sei. Außerdem müsse man den Kleinkindern ausreichend Gelegenheit geben, ihren Bewegungsdrang auszuleben und ihre Umwelt zu erforschen. Dabei haben die kleinen Knirpse offensichtlich durchaus pfiffige Ideen. Im vergangenen Jahr hätten sich ein paar von denen in den Sanitärraum verdrückt, um im dortigen Waschbecken mit dem aus dem aufgedrehten Hahn fließenden Wasser zu planschen, erzählt die Erzieherin Sanja Bajkovec-Claus. Der fehlende Abflussstöpsel hielt die Kinder nicht davon ab, für eine kleine Überschwemmung zu sorgen. "Die haben Knete in den Ausguss gestopft", schmunzelt sie. Die Erzieherinnen müssen "differenzierter planen", mehr beobachten und Betätigungsangebote für jede Altersklasse ausarbeiten, resümiert Hage. Beim Start im vergangenen Jahr sei dies noch "ein Spagat für die Kollegen" gewesen, "den sie aber sehr gut gemeistert haben". "Herzlichkeit und das nötige Einfühlungsvermögen sind das A und O", ergänzt Bajkovec-Claus. Durch die Anwesendheit der unter Dreijährigen im Kindergarten Bergkrug haben die älteren Kinder nach Auskunft von Bajkovec-Claus ein sehr gutes Sozialverhalten entwickelt. Sie seien fürsorglicher geworden und würden den Jüngeren auch einzuhaltende Regeln vermitteln.

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