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Rund 1000 junge Leute aus dem Landkreis Schaumburg sind bei der Protestaktion vor dem Landtag in Hannover dabei

Beim Aufstand der Schüler: "Reiche Eltern für alle"

Hannover (jf). Rund 1000 Schüler aus dem Landkreis Schaumburg haben sich gestern am bundesweiten Schülerstreik beteiligt. Zur Demonstration nach Hannover reisten die Jugendlichen gemeinsam mit der Bahn an.

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

Mit etlichen Transparenten machen die Schüler - wie diese hier a

Bildung sei ein Menschenrecht, daher müsse der Staat mehr in das Bildungswesen investieren und Schüler individuell fördern, so das Begehren der jungen Demonstranten. Die Lehrmittelfreiheit stand ebenso wie das Verlangen nach Gesamtschulen auf der Forderungsliste der Protestler aus dem Schaumburger Land. Das Motto des Streiks lautete"Bildungsblockaden einreißen!" Zahlreiche Organisationen und Parteigliederungen hatten auch in Schaumburg zu der Aktion aufgerufen. In Stadthagen starteten mehrere Hundert vom Bahnhof nach Hannover. Mit Spraydosen und Straßenkreide schrieben die Streikenden Parolen auf den Bahnhofsvorplatz. Viele Schulen ermöglichten es ihren Schülern, ohne die Anrechnung von Fehlzeiten an der Demonstration in der Landeshauptstadt teilzunehmen. Der Protestzug in Hannover, an dem sich laut Veranstalter etwa 10 000 Schüler beteiligten, führte durch die Innenstadt. Auf farbenfrohen Transparenten verkündeten die Schaumburger Jugendlichen ihr Verlangen nach "mehr Demokratie an Schulen" sowie der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Die Mitglieder des Stadthäger Vereins "Tu Wat" hatten diese vorbereitet.Ein Schüler des Wilhelm-Busch-Gymnasiums in Stadthagen verkleidete sich als Buch, um gegen veraltete Unterrichtsmaterialien zu protestieren. "Reiche Eltern für alle" forderte ironisch ein weiterer Stadthäger auf seinem Plakat. Parolen skandierend zogen die Demonstranten durch die Straßen und brachten mit Sitzblockaden den Verkehr zum Erliegen. Während des Protestmarsches, bei dem auch Schaumburger vorneweg ihre Meinung über das Bildungssystem und die Landesregierung äußerten, durchbrachen die Teilnehmer die Bannmeile um den Landtag und positionierten sich vor dem Gebäude. Scheiben wurden eingeschlagen, Steine flogen. Mit Trillerpfeifen verschafften sich die Schüler Gehör, forderten "Wir wollen den Christian sehen", gemeint war Ministerpräsident Christian Wulff. Die Schaumburger Schüler riefen zur Sitzblockade vor dem Landtag auf, bis die Fläche von der Polizei geräumt wurde. Trotz des Verbotes des Gymnasiums Adolfinum in Bückeburg, sich an dem Streik zu beteiligen, waren auch von dort zahlreiche Oberstufenschüler angereist. Aris Harkat, Sprecher der "Schulstreik-Initiative Schaumburg", die die Koordination im Landkreis übernommen hatte, schätzte die Zahl der Schaumburger Teilnehmer auf etwa tausend.



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