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Wesionär linus ist in Bad Pyrmont Tierparkchef und veröffentlicht regelmäßig interessante Fotos und Videos

Bei Wesio sind Sie Mäuschen bei der Geburt einer Antilope

Pyrmont (linus). Unsere Elenantilopen Dara und Kasai sind Eltern geworden. Während der Geburt haben wir eine Kamera im Stall aufgebaut und die gesamte Geburt gefilmt. Dieses Video können Sie bei Wesio.de im Internet sehen.

veröffentlicht am 30.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 14:41 Uhr

Elen sind ausgesprochen ruhige Vertreter der Antilopen, da sie aufgrund ihrer Größe so gut wie keine Feinde in freier Wildbahn haben und deshalb alles sehr gelassen angehen können. Kasai, der Bulle, macht seinem Namen alle Ehre, er ist die Ruhe in Person, lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen und ist auch sehr neugierig, und keine Wurzel, sei sie noch so groß, ist vor seinem Spieltrieb sicher. Wie es sich für eine Dame gehört, ist Dara etwas zurückhaltend und reserviert, strahlt aber auch eine unendliche Ruhe aus, passt aber wie ein Schießhund auf ihr Kleines auf! Das Besondere an Elen im Allgemeinen und auch bei unseren beiden zu beobachten: Fühlen sie sich bedrängt oder eingeengt, egal, ob von den Grantzebras oder von uns Pflegern, senken sie einfach ihren Kopf, zeigen dem Gegenüber ihre mächtigen Hörner, und schon ist jedem klar: Abstand halten!

Das Kleine ist topfit und darf nach draußen

Dara liebt ihr Kraftfutter aus Bullenmastpellets, Pferdepellets und etwas Quetschhafer, während Kasai mehr auf das gewöhnliche Futter, bestehend aus Gras und Heu, steht, und nur ab und an mal am Kraftfutter mümmelt. Das Kleine ist übrigens topfit, und sobald es alt genug ist, wird es erst in das Vorgehege und etwa zwei bis drei Wochen nach der Geburt auch auf der Großanlage zusammen mit Mama zu sehen sein.

Charakteristisches Merkmal der Art sind die eng gedrehten, geraden Hörner, die sowohl beim Bullen als auch bei der Kuh vorhanden sind, die „Schulterbeule“ sowie die hellen Querstreifen auf dem Rücken. Das Fell ist gelbbraun und verfärbt sich bei älteren Tieren an Hals und Schultern blaugrau.

Elenantilopen sind sehr schnelle Läufer

Mit einem Gewicht zwischen 500 und 1000 kg und einer Körperlänge von zwei bis drei Metern sind die Elenantilopen die größte Antilopenart. Die Schulterhöhe beträgt im Schnitt 1,50 m. Sie sind also so groß wie ein Rind, wirkt aber nicht so bullig.

Obwohl sie in der Regel gemächliche Tiere sind, können Elenantilopen bis zu 70 Kilometer in der Stunde schnell laufen. Auch ihre Sprintleistungen sind bemerkenswert. Während sie in der Tageshitze im Schutz eines Baums oder Gebüsches ruhen, werden sie zur Dämmerung aktiv. Sie sind Laubfresser, ernähren sich aber auch gelegentlich von Gras und graben mit den Vorderhufen Knollen und Wurzeln aus.

Normalerweise bestehen Herden aus einem ausgewachsenen Bullen sowie aus mehreren Kühen, jungen Männchen und Jungtieren. In seltenen Fällen kann eine Herde mehr als ein ausgewachsenes Männchen beinhalten; dann wird früh die Rangordnung ausgefochten.

Auf die hohen Temperaturen ihrer Umwelt sind sie perfekt eingestellt: Während der Trockenzeit steigt ihre Körpertemperatur um sieben Grad Celsius. Damit vermeiden sie einen durch Schwitzen verursachten Wasserverlust.

Ihre Milch hat verglichen mit Kuhmilch den dreifachen Fett- und den doppelten Proteinanteil. Außerdem ließen sich Fleisch und Haut nutzen. Doch erst im ausgehenden 20. Jahrhundert wurden Domestikationsversuche unternommen, und bisher finden sie in bescheidenem Ausmaß statt. Da Elenantilopen gegenüber dem Menschen genügsam und nicht aggressiv auftreten, könnte den Versuchen aber letztlich Erfolg beschieden sein. Weitere Informationen: wesio.de und tierpark-badpyrmont.de.

Papa Kasai ist die Ruhe selbst. In der Wildnis haben selbst Löwen Respekt vor seinen Hörnern.



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