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Stadthäger Eckhard Friebel leitet ICE-Bremsversuche auf einer chinesischen Olympia-Bahnstrecke

Bei Test in China: Säcke voll Reis ersetzen Passagiere

Stadthagen (mw). Als Zugtester ist der Stadthäger Eckhard Friebel mehrere Wochen lang auf Schienenwegen in China tätig gewesen. Dabei ging es vor allem um die Einrichtung einer ICE-Strecke, die zur neu geschaffenen Verkehrsinfrastruktur für die Olympischen Spiele gehört.

veröffentlicht am 02.08.2008 um 00:00 Uhr

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"Die Zusammenarbeit mit den chinesischen Bremsern war ausgezeichnet", erzählte Eckhard Friebel nach Rückkehr von seinem Olympia- Einsatz. Als Leiter eines sechsköpfigen Teams der Firma DB Systemtechnik, eines Tochterunternehmens der Deutschen Bahn AG, war der 45-Jährige drei Monate in China, um dort bremstechnische Prüfungen an einem ICE 3 vorzunehmen. "Wir testen immer nur einen Zug aus einer Serie", erklärt der Ingenieur. Insgesamt 60 komplette Züge vom Typ des weiterentwickelten ICE 3 habe China zuvor vom deutschen Hersteller gekauft, wobei das getestete Exemplar auf der rund 110 Kilometer langen Strecke Peking - Tianjin eingesetzt war. In Tianjin finden unter anderem Spiele des olympischen Fußballturniers statt. Während sich andere deutsche Prüfgruppen mit der Fahrtechnik und dem Zusammenwirken von Freileitung und Stromabnehmern befassten, standen bei Friebel und seinem Team ausschließlich Bremsversuche auf dem Programm. "Wir haben insgesamt um die 400 Tests gemacht", so der Experte. Aus verschiedenen Geschwindigkeiten bis zu 300 Stundenkilometern wurde der Zug dabei abgebremst. Mit an Bord waren auch Experten aus China, die ihrerseitsÜberprüfungen verschiedenster Art vornahmen. "Die Zusammenarbeit mit den chinesischen Bremsern war ausgezeichnet", lobt Friebel. Die Verständigung erfolgte auf Englisch oder mittels Dolmetscher. Einschränkungen bei der Arbeit habe es nur durch viele Besuchergruppen von Fachleuten und Parteifunktionären gegeben, da dadurch bisweilen Bremsversuche ausgefallen seien. "Die wollten ja 300 Stundenkilometer fahren." Ein kurioses und quasi landestypisches Accessoire waren auf den Sitzen gelagerte Säcke mit Reis, mit denen das Gewicht der Zugpassagiere simuliert wurde, erinnert sich der Stadthäger. In Deutschland verwende man dafür spezielle Gewichte, um die entsprechenden Sitze mit jeweils 75 Kilogramm zu beschweren. Auf die Arbeit in China wurden Friebel und seine Mitarbeiter bereits in Deutschland durch eine Chinesin vorbereitet: "Wir hatten einen Tag lang Benimmlehrgang", berichtet der 45-Jährige. So müsse man unter anderem wissen, dass Visitenkarten und Unterlagen in China grundsätzlich mit zwei Händen übergeben und auch so entgegen genommen werden. "Mit dieser Geste zeigt man, dass man den anderen respektiert."



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