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Oberstabsfeldwebel berichtet von Auslandseinsätzen der Heereflieger

Bei manchem Detail müssen die Zuhörer ziemlich schlucken

Warber (jp). Zahlreiche Gäste konnte der Vorsitzende Dirk Wehrmann zum Neujahrsempfang der Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend begrüßen. Besonders freute den Oberfeldwebel der Reserve diese gute Beteiligung vor dem Hintergrund der gleichen Veranstaltung vor einem Jahr, die deutlich schwächer besucht war. Ein dickes Dankeschön richtete Wehrmann an die Ortsfeuerwehr Meinsen-Warber dafür, wieder das Gerätehaus für den Neujahrsempfang nutzen zu dürfen, sowie an die Thekenmannschaft des Abends.

veröffentlicht am 08.01.2008 um 00:00 Uhr

Dirk Wehrmann

Vortragsthema war wie schon vor zwei Jahren die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Als Referenten konnte Dirk Wehrmann dazu Bernd Kathrey begrüßen: Der Oberstabsfeldwebel von der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg ist seit 1999 als Fluggerätprüfer für die Bundeswehr im Ausland tätig, unter anderem in Mazedonien, Bosnien, dem Kosovo und in Afghanistan. Derzeit ist Bernd Kathrey beim Heeresfliegerregiment 25 in Laupheim stationiert. "Die Heeresflieger sind bei allen Auslandseinsätzen dabei", erläuterte der Oberstabsfeldwebel zu Beginn seines Vortrages, "da in den meisten Fällen das Gelände zu schwierig ist, um einen Einsatz mit Fahrzeugen zu bewältigen." Dabei seien völlig unterschiedliche Aufgabenstellungen zu bewältigen, so zum Beispiel in Pakistan die Versorgung von Erdbebenopfern, in Griechenland dieBekämpfung der Waldbrände im vergangenen Sommer sowie im Kongo die Überwachung der Wahlen. Zu sehen gab es im Rahmen von Bernd Kathreys Vortrag Fotos und Filmausschnitte, die Kameraden im Auslandseinsatz angefertigt hatten. Und da musste so mancher Gast im Feuerwehrgerätehaus Warber an diesem Abend ziemlich heftig schlucken, wenn beispielsweise die sanitäre Versorgung der Bundeswehrsoldaten in ihren Camps im Kongo gezeigt wurde, die Soldatenverpflegung oder das Leben im Müll der dortigen Bevölkerung. Als eine der größten Herausforderungen kennzeichnete Bernd Kathrey die klimatischen Bedingungen in den Einsatzgebieten: "Egal, wohin wir gehen, ob Balkan oder Afrika, das Klima ist immer eine enorme Belastung für Mensch und Material. Wenn ich mir im Kongo morgens die Stiefel anziehe, dann qualmen die bereits am Vormittag, auch wenn ich mich überhaupt nicht bewege." Wichtigste persönliche Bedingung für den Auslandseinsatz eines Soldaten sei ein heiles familiäres Umfeld: "Stimmt da etwas nicht, hat es überhaupt keinen Zweck. Wenn ein Mann auf Grund privater Probleme nicht klar im Kopf ist, brauche ich den gar nicht erst loszuschicken."

Bernd Kathrey
  • Bernd Kathrey

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