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Bis zu 20 Euro zahlt man in der Weserstraße pro Quadratmeter / Fünf Euro sind's in der Bäckerstraße

Bei Ladenmieten entscheidet allein die Lage

Rinteln (wm). Weserstraße und Klosterstraße sind auch bei Filialisten die gefragten Lagen in Rinteln, meldet das Unternehmen Brockhoff& Partner Immobilien GmbH in Essen, das bundesweit Datenüber Vermietung und Verkauf von Ladenlokalen und Geschäftshäusern erfasst hat, als Ergebnis einer aktuellen Marktanalyse.

veröffentlicht am 04.01.2007 um 00:00 Uhr

Dirk Beckmann, Sprecher der Einzelhandelsgruppe im Marketingvere

Diana Wirsing, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte, man habe 528 Fußgängerzonen in 308 Städten angeschaut und unter anderem Vertragsabschlüsse und Daten führender deutscher Einzelhandelsfilialisten mit einbezogen. Danach liege der Filialisierungsgrad in Rinteln bei 34,4 Prozent und damit fürFußgängerzonen unter dem Bundesschnitt - was für viele noch inhabergeführte Geschäfte spreche. Für Rinteln ermittelte die Immobilien GmbH Ladenlokal-Mieten je nach Größe zwischen 12 und 19 Euro je Quadratmeter. Dabei gelte, so Diana Wirsing: "Je kleinflächiger ein Ladenlokal, umso höher die auf den Quadratmeter bezogene Miete." Dem stimmt auch Dirk Beckmann, Sprecher der Einzelhandelsgruppe im Marketingverein "Pro Rinteln", zu, allerdings würden bei Top-Lagen in der Fußgängerzone und teilweise am Markt auch 20 Euro gezahlt. Obergeschosse von Geschäftshäusern seien nur schwer oder zu deutlich schlechteren Konditionen zu vermieten - so das Ergebnis des bundesweiten Brockhoff-Vergleiches. Das sei so als pauschale Feststellung für Rinteln nicht unbedingt richtig, widerspricht Beckmann aus eigener Erfahrung: Für Modegeschäfte beispielsweisemit einem großen Serviceangebote sei es kein Problem, Damen- und Herrenmode getrennt auf mehreren Geschossen anzubieten. Richtig sei die Aussage sicher für Geschäfte mit reiner Laufkundschaft. Lagerflächen würden nur noch selten nachgefragt, da die meisten Handelsunternehmen zentral belieferten und im jeweiligen Ladenlokal keine Lagerhaltung mehr betreiben - so die Brockhoff& Partner-Marktanalyse. Christian Gregor, Immobilienberater bei der Volksbank, betonte, in Rintelns Fußgängerzone gebe es ein Gefälle: Für Ladenfläche in der Weserstraße werde deutlich mehr bezahlt als in der Klosterstraße. Und rundherum gehe der Mietpreis sofort in der Keller: "Wer in der Bäckerstraße vier bis fünf Euro Ladenmiete pro Quadratmeter erzielt, und das sind praktisch Wohnraumpreise, kann zufrieden sein." Das deckt sich auch mit den Erfahrungen von Andrea Römbke von Römbke-Immobilien in der Detmolder Straße. Zumindest beim Mietmarkt sieht sie übrigens entgegen dem Trend der letzten Jahre eine Aufwärtstendenz. Die Liste der freien Wohnungen sei kürzer geworden. Dirk Beckmann geht davon aus, dass die Klosterstraße grundsätzlich aufgewertet wird, denn mit NKD und MäcGeiz seien hier zwei Märkte eröffnet worden, die für Laufkundschaft in der Klosterstraße sorgten - und davon profitierten dann schließlich auch die anderen. Für die Bäckerstraße sehen Beckmann und sein Arbeitskreis dann bessere Chancen, wenn es gelingen könnte, in unmittelbarer Nähe, etwa auf dem Kirchplatz, eine Parkreihe anzubieten. Manfred Tiefensee schätzt als Beobachter der Lage im Einzelhandel, dass es langfristig gute Chancen für ein neues Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt gebe, "wenn noch mehr Senioren nach Rinteln ziehen". Alle Branchen, die als Spezialisten Nischen bedienten, hätten Zukunft. Reisen könnte man zwar auch im Internet buchen, aber in speziellen Fällen seien Reisebüros die bessere Adresse, wie er selbst bei der Suche nach einer Ferienwohnung erlebt habe. Eine große Schwachstelle sieht Dirk Beckmann auch bei den großen Einkaufscentern im Vergleich zur Fußgängerzone: "Dort sieht immer und überall alles gleich aus, es gibt die gleichen Läden, die gleichen Anbieter." Rintelns Fußgängerzone habe ein vergleichbar gutes Angebot, guten Service - aber das alles viel individueller und mit persönlicher Note. Hier sollte die Stadt die Anregung des Marketingberaters Christian Klotz aufgreifen und nicht als "historische", sondern als "lebendige Stadt" werben.

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