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Diamantene Hochzeit bei Familie Hebisch

Bei ihnen dreht sich alles um die Musik

Hameln. Es war zwar Liebe auf den ersten Blick, aber es war trotzdem kein leichter Anfang für Ruth Hebisch, geborene Ciliox, und ihren Ehemann Erhard. Denn als die beiden sich kennenlernten, herrschten noch strenge Sitten. „Ich habe meinen Mann bei einem Pfingstausflug zu meinem Schwager in Detmold zum ersten Mal gesehen. Danach erst wieder kurz vor Weihnachten. Nicht einmal brieflichen Kontakt hatten wir“, erzählt Ruth Hebisch, die vor kurzem mit ihrem Mann diamantene Hochzeit feierte – eine Ehe, die mittlerweile 60 Jahre hält.

veröffentlicht am 12.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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„Ich war damals schon Musiker“, erzählt Erhard Hebisch, „hatte einen Kammermusikkreis und war mit meinen Kollegen auf Tour.“ Von Siegen aus sei er damals morgens um sechs mit der Bahn nach Breidenbach gefahren, wo seine Angebetete bei ihrer Mutter lebte. „Um acht Uhr morgens hat es an der Tür geklingelt und da stand er ohne jede Voranmeldung.“ Danach wieder ein Jahr Pause ohne jede Korrespondenz. „Aber wir wussten voneinander!“, erinnert sich Ruth Hebisch. Die Kontakte liefen über den in Detmold Musik studierenden Schwager, mit dem Erhard Hebisch befreundet war.

Erst zu Silvester 1951/52 trafen sich die beiden wieder. „Im Schneetreiben habe ich ihr dann bei einem Spaziergang meinen Heiratsantrag gemacht.“ Erst jetzt erlaubte Ruths Mutter, dass sich die beiden Briefe schrieben, und als es von Breidenbach wieder nach Detmold ging, „habe ich ganz sittsam allein in einem Hotel übernachtet. Sonst hätte sich der Hotelier ja wegen Kuppelei strafbar gemacht. So streng waren damals die Zeiten.“

Schon im Jahr 1953 wurde im August in Breidenbach geheiratet. Den Polterabend feierten die beiden mit singenden und Musik spielenden Freunden. „Das war wirklich außergewöhnlich“, schwelgen die beiden in Erinnerungen. „Wir mussten ja ein Ehepaar sein, um überhaupt eine Wohnerlaubnis in Hameln zu bekommen.“ Erhard Hebisch lebte damals in einem möblierten Zimmer an der Klütstraße in Hameln. Nun kam ein zweites, 19 Quadratmeter großes Zimmer hinzu. Acht Jahre lebte das Ehepaar dort, bis es eine Wohnung in der Bürenstraße fand. Erst 1984 wurde ein Haus am Ohrberg erworben.

Seinen Lebensunterhalt verdiente der frischgebackene Ehemann mit Musikstunden und von 1960 bis 1966 als angestellter Musiklehrer in der Schule am Kanstein, danach am Schiller-Gymnasium. „Aber Beamter wurde ich nicht, ich war immer nur Angestellter ohne volles Stundenbudget.“

Seine „freie“ Zeit verbrachte Erhard Hebisch mit Musik – weiterhin als Privatlehrer, vor allem aber mit dem 1966 gegründeten Hebisch-Quartett, ab 1979 vor allem durch eine intensive Zusammenarbeit mit Prof. Hans-Christoph Becker-Foss, durch die Veranstaltung von Serenadenabenden, dem Mitwirken bei Oratorien-Aufführungen in der Marktkirche und vielfältigen Kammermusik-Veranstaltungen. „Managerin“ des familieninternen Musikbetriebs war Mutter Ruth, die zwar gelernte Damenschneiderin war, sich aber ganz der Familie und den Musikveranstaltungen als Organisatorin und Schatzmeisterin des Vereins zur Förderung der Kantorei an der Marktkirche verschrieben hatte.

Und Musik beherrscht noch heute die ganze Familie: Die Töchter Christiane und Gundula spielen Geige und Bratsche, Sohn Sebastian streicht das Cello. Auch Enkelin Claudia beherrscht Violine und Bratsche, ihr Bruder Manuel Cello und Klavier, hat sich aber erfolgreich als Kabarettist profiliert. Und auch fast alle Enkelkinder spielen Instrumente. Diese Familie muss musikalische Gene haben.wft



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