weather-image
20°
Landkreis spielt Vogelgrippe-Szenario durch

Bei "H5N1" bleiben Experten gelassen

Landkreis (jpw). Über den Wiesen am Steinhuder Meer sind die ersten Zugvögel gesichtet worden. Doch im Vergleich zum vergangenen Jahr bleiben Fachleute und Verantwortliche im Landkreis diesmal beim Thema "Vogelgrippevirus H5N1" ruhig.

veröffentlicht am 09.10.2006 um 00:00 Uhr

"Wir sind vorbereitet." Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises Schaumburg ist gelassen. Auch wenn jetzt die Zeit des Vogelzuges beginnt, bleiben die amtlichen Stellen zwar aufmerksam, wollen aber das Thema "Vogelgrippe" nicht mehr zu hoch hängen. "Wir werden die Sache im Auge behalten", sagt Heimann. Er meint damit für den Landkreis Schaumburg in erster Linie die Wiesen entlang der Weser und die Vogelrastplätze im nördlichen Landkreis in der Nähe des Steinhuder Meeres. Vorbei scheinen aber die Zeiten, in denen die Kreisveterinäre noch zu jedem verendeten Singvogel gerufen wurden. Die Fachleute von derÖkologischen Schutzstation Steinhuder Meer in Winzlar sehen den nächsten Wochen in dieser Beziehung eher ruhig entgegen. Die ersten sibirischen Gänse sind bereits in den Meerbruchwiesen eingetroffen. "Die Übertragung der Vogelgrippe durch Zugvögel lässt sich zwar von allen Wissenschaftlern nicht hundertprozentig ausschließen, aber er wird für sehr unrealistisch gehalten." Das teilt der wissenschaftliche Leiter Thomas Brandt auf Anfrage mit. "Bei uns ist es genau wie im vergangenen Jahr, aber mit viel weniger Aufregung", meint Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Die Stallpflicht ist aufgehoben, die Tiere haben wieder Auslauf. Ohnehin sei wenig Wassergeflügel in der Station untergebracht. Heimann berichtet, dass vor zwei Wochen das Veterinäramt ein Szenario in einer Übung durchgespielt hat. Dabei ist ein Einsatzplan des Kreisveterinäramtes bis ins Detail ausprobiert worden. Dazu gehört, die Feuerwehren mit ausreichend speziellen "Bags" auszustatten, bis hin zu den Absperrradien, die im Falle eines Falles unverzüglich einzurichten sind. "Wir mussten auch sehen, dass wir genügend CO 2 vorrätig haben, um im Ernstfall Tierbestände töten zu können."

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare