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Stadtwerke Rinteln im Vergleich / Billiger als Yello-Strom / Erhöhungen nicht komplett weitergegeben

Bei Gas und Strom in der Liga der Günstigsten

Rinteln (wm). E.ON Ruhrgas hat zum 1. April eine Senkung des Gaspreises um 0,24 Cent angekündigt, den die Stadtwerke aber nicht an die Kunden weitergeben werden. Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson erläuterte warum: Die bisherigen Steigerungsraten in den Jahren 2005 und 2006 habe man für die Kunden "abgemildert", das heißt nicht im vollen Umfang weitergeben. So sei der Gasbezugspreis 2005 um 0,9 Cent gestiegen, weitergegeben habe man an den Kunden aber nur 0,6 Cent.

veröffentlicht am 27.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Diskussion um die Gaspreise wird - nach Veröffentlichung der

Im Vorjahr hat die Steigerungsrate bei 0,93 Cent gelegen, weitergegeben worden seien 0,5 Cent. Die Rintelner sind nicht die einzigen, die eine solche Geschäftspolitik betreiben - auch die Stadtwerke in Bad Pyrmont beispielsweise haben zeitweise die Gaspreise "subventioniert", das heißt Erhöhungen nicht weiter gegeben und wollen deshalb jetzt ebenfalls auf eine Gaspreissenkung verzichten. Keiner der drei Stadtwerke-Kunden, die in einer Musterklage gegen die Erhöhung der Gaspreise geklagt hatten (wir berichteten), hat Berufung gegen das Urteil von Richter Klaus Formann eingelegt. Die Urteile seien inzwischen rechtskräftig, teilte Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson auf Anfrage mit. Er sieht das Verfahren sogar positiv, denn den Stadtwerken sei damit bestätigt worden, dass sie günstig einkaufen, keinen überzogenen Verwaltungsaufwand treiben. Immerhin würden in Rinteln überwiegend "mit der gleichen Mannschaft" alle Sparten - Strom, Gas, Wasser - bedient, so Peterson. Dass die Stadtwerke mit ihrer Preispolitik nicht falsch liegen, zeigen die diversen Preisvergleiche, so auch der jüngste des ARD-Marktmagazins "Plusminus", aktuell vom 15. Januar dieses Jahres. Danach stehen die Stadtwerke bei einer Abnahme von 20 000 Kilowattstunden pro Jahr, was in etwa dem Bedarf eines modernen Reihenhauses oder einer größeren Altbauwohnung mit Gas-Etagenheizung entspricht, an 721. Stelle der Tabelle. Dazu muss man wissen, gewertet werden hier die Teuersten. Die Top-Position von 733 Anbietern, also Platz eins, halten die Stadtwerke Leipzig mit 1722 Euro pro Jahr (gegenüber 1214 Euro der Stadtwerke Rinteln, macht 500 Euro Unterschied). Das drückt sich auch in der prozentualen Preissteigerungsrate aus. Hier nennt Plusminus 12,67 Prozent für die Stadtwerke Leipzig, 2,5 Prozent für die Stadtwerke Rinteln. Wobei auch benachbarte Stadtwerke wie Nienburg (1213 Euro im Jahr), Winsen/ Luhe (1197 Euro) gut abschneiden. Teurer ist es beim Nachbarn Porta Westfalica: Dort muss ein Hausbesitzer 244 Euro im Jahr mehr als der Rintelner für sein Heizgas zahlen, Minden ist um 159 Euro teurer. Die Portaner haben sogar ein gutes Argument für ihre Preisgestaltung: In Porta gibt es kein Saftunternehmen, das auch im Sommer viel Prozessenergie braucht und den Einkauf einer größeren Gasmenge möglich macht. Im Niedersachsen-Vergleich rangieren die Stadtwerke Rinteln auf Platz 60 von 68 Unternehmen, teuerster Anbieter sind hier die Stadtwerke Helmstedt, billigster die Stadtwerke Rotenburg/Wümme mit einer Jahresrechnung von 1136 Euro für 20 000 Kilowattstunden. Beim Vergleich der Strompreise sind die Stadtwerke Rinteln mit ihrem Standardwahltarif auf Platz drei sogar die günstigsten unter den 40 Anbietern der Vergleichstabelle, noch vor Yello Strom. Platz eins und zwei der Günstigenliste belegen Anbieter, die von ihren Kunden Vorkasse verlangen - ein Verfahren, vor dem Verbraucherverbände warnen. Teuer wird es bei den Stadtwerken beimÖkostrom. Aber hier, so Peterson, würden Kunden ja bewusst eine "ökologische Entscheidung" treffen. Wobei man wiederum bedenken sollte, dass der Aufschlag für den Ökostrom ganz konkret in Projekte für Solarstromtechnik vor Ort fließt. Nimmt man die Jahreskosten eines Vier-Personen-Haushaltes für das ganze Versorgungspaket, also Abwasser, Wasser, Strom und Erdgas, dann liegen die Stadtwerke Rinteln bei Gesamtkosten von rund 2900 Euro. Im Vergleich zu den Nachbarn Blomberg, Detmold, Steinheim ebenfalls im unteren Bereich. Ähnlich gut schneiden die Stadtwerke Schaumburg-Lippe ab.

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