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Expertin lobt vor allem die heimischen Kitas / An den Grundschulen ändert sich das Bild dann aber

Bei der Integration ist Hameln anderen voraus

Hameln (gro). Wie kann schulische Integration von Kindern mit Behinderungen gelingen? Keine leichte Frage, die Leiterinnen und Leiter von Kindertagesstätten aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont auf Einladung des „Kuratorium zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen“ beantwortet haben wollten. Frauke de Vries, Fachberaterin für Integration und sonderpädagogische Aufgaben von der Landesschulbehörde, versuchte, dem Informationsmangel abzuhelfen: Sie präsentierte die gesetzlichen Grundlagen, beantwortete Fragen und stellte sich einer Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

veröffentlicht am 08.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2009 um 10:04 Uhr

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Sieben sonderpädagogische Förderbereiche gibt es. Sie sind aufgeteilt in das Lernen, die Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, Sehen und Hören. Ausdrücklich lobte de Vries: „ Im Bereich Hameln-Pyrmont wird in den Kindertagesstätten eine hervorragende Arbeit zu diesem Thema geleistet. Beeindruckend ist das individuelle Angebot für Kinder mit Lern- und geistigen Schwierigkeiten sowie mit körperlicher Behinderung. Und es wird hier Motivation zum Lernen vermittelt. Sie sind da dem Landkreis Holzminden im Wissen um zehn Jahre voraus und Vorreiter im ganzen Land“, sagte sie anerkennend.

Für die Landesschulbehörde stellte sie die Organisationsformen sonderpädagogischer Förderung vor. Es sind dies die Grundversorgung in der Grundschule mit zwei Förderstunden pro Klasse und je Woche, Sprachheilklassen mit Unterricht durch eine Förderschulkraft, gemeinsamer Unterricht in Integrationsklassen mit fünf Förderschullehrerstunden pro Klasse und Kind, mobile Dienste, Kooperationsklassen und Förderschulen mit spezifischen Förderschwerpunkten.

In der Diskussion mit den anwesenden Pädagogen und Erziehern kristallisierte sich aber ein Bild der sonderpädagogischen Förderung an den Schulen heraus, das nicht mit den in Erlassen niedergelegten Vorschriften und Angeboten der Landesschulbehörde so übereinstimmt. Es fehle an Sonderschullehrkräften, dadurch auch an der Möglichkeit zum Geben der Sonderunterrichtsstunden, hieß es. Größere Schwierigkeiten gebe es bei der Bildung von Integrationsklassen. Und groß war auch die Kritik daran, dass Eltern oft mit ihren Kindern, die einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen, alleingelassen würden und oft nicht wüssten, wohin sie sich wenden müssten, um ihren Kindern zu helfen.

Bestätigung gab es hier von de Vries, die im Zusammenhang mit dem einklagbaren Recht auf Bildung einer Integrationsklasse Eltern empfahl: „Machen Sie sich für ihr Kind stark.“ Trotz allem – das Ergebnis für sonderpädagogische Förderung durch de Vries: „Es sind tolle Förderkonzepte an den Grundschulen entstanden, und die sonderpädagogische Grundversorgung ist immerhin noch zufriedenstellend.“

Frauke de Vries (stehend) verteilt Merkblätter im Anschluss an die Veranstaltung zum Thema „Sonderpädagogische Förderung“

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