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Renate Kleinebokermann und Christa Klüngler haben am selben Tag geheiratet

Bei den beiden droht Verwechslungsgefahr

Heyen (saw). „Sag mal: Wer ist Renate und wer Christa? Ich verwechsle die zwei immer noch.“ Als die beiden sich sehr ähnelnden Damen in Herren-Begleitung das Dorfgemeinschaftshaus betreten, wendet sich Wilhelm („Bollo“) Meyer hilfesuchend an seine Gattin Traudl. Schließlich ist es sein Ehrgeiz, als „Cheforganisator“ des mittlerweile sechsten Klassentreffens seit der Konfirmation im Jahr 1955 jeden Gast korrekt anzusprechen – die „Lachmann-Zwillinge“ eingeschlossen.

veröffentlicht am 30.06.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

Heyen (saw). „Sag mal: Wer ist Renate und wer Christa? Ich verwechsle die zwei immer noch.“ Als die beiden sich sehr ähnelnden Damen in Herren-Begleitung das Dorfgemeinschaftshaus betreten, wendet sich Wilhelm („Bollo“) Meyer hilfesuchend an seine Gattin Traudl. Schließlich ist es sein Ehrgeiz, als „Cheforganisator“ des mittlerweile sechsten Klassentreffens seit der Konfirmation im Jahr 1955 jeden Gast korrekt anzusprechen – die „Lachmann-Zwillinge“ eingeschlossen. Zuletzt hatten die Ehemaligen im Jahr 2005 gemeinsam in Heyen ihre goldene Konfirmation gefeiert, und dennoch droht fünf Jahre später erneut Verwechslungsgefahr. „Guten Tag, Renate Kleinebokermann! Und das ist meine Schwester Christa Klüngler“, stellen sich die Damen dann praktischerweise selbst vor – und wissen im Laufe des Nachmittags jede Menge unterhaltsame Geschichten zu erzählen. „Wir haben sogar ganz zufällig am selben Tag geheiratet.“ Die eine von langer Hand geplant, die andere kurz entschlossen, weil man damals nur als Ehepaar eine Wohnung bekam. Die Gatten der „Lachmann-Zwillinge“ schmunzeln, steuern zielstrebig den „Heyer Tisch“ an. „Ohne unsere wunderbaren Frauen hätten wir dieses wunderbare Dorf doch nie kennengelernt.“

55 Jahre nach der Konfirmation nehmen an den langen, mit weißem Papier, Frühlingssträußchen, Servietten und Kerzen in Blau und Gelb liebevoll dekorierten Tischen knapp 15 Ehemalige und deren Partner Platz. Sieben sind gleich zu Fuß gekommen, die anderen von der Insel Borkum, aus Osnabrück, aus St. Ingbert (bei Saarbrücken), Braunschweig, Garbsen oder Northeim angereist. Als Besuchsprogramm hatte „Bollo“ (er hatte als Junge stets Bonbons in der Tasche) zunächst eine Schlossführung in Hämelschenburg ins Auge gefasst. „Dann habe ich an die vielen schmerzenden oder schon ausgetauschten Knie- und Hüftgelenke gedacht – wir bleiben besser hier und klönen.“

So schweifen die Erinnerungen zurück in das Einschulungsjahr 1946, als im Schulgebäude an der Ecke Esperder Straße/Hauptstraße drangvolle Enge herrschte. Unvergessen auch Lehrer Herbert Kupfer. „Man musste schon parieren.“ Zwei Tage lassen es sich die Ehemaligen gut gehen, erleben „ihr“ Heyen bei strahlendem Sonnenschein. Und geradezu perfekt wird das Treffen, als der Krustenbraten auf den Tisch kommt. Das hat schon Tradition.



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