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Landkreis fordert einen Bühnenmeister

Behördenauflage: Kurtheater droht die Schließung!

Bad Eilsen. Es gibt immer wieder neue Kuriositäten, weil die Deutschen überaus erfinderisch sind in ihrem Bemühen, alles zu regulieren. Jüngste Erfahrung: Das kleine intime Bad Eilser Kurtheater wird als Großbühne angesehen. Jedenfalls hat der Landkreis diese Einstufung aufgrund der Höhe des Bühnenraumes vorgenommen. Das ist aber allesandere als spaßig, denn es hat Folgen, die die weitere Funktion als kleines Theater infrage stellen.

veröffentlicht am 25.11.2008 um 00:00 Uhr

Elke Dralle

Autor:

Siegfried Klein

Da waren die Eilser gerade froh, dass es die Veranstaltungsorganisatorin des Kurortes, Elke Dralle, geschafft hat, der historischen Immobilie neues Leben einzuhauchen. Die Zeiten, in denen hier das Landestheater Detmold und die Landesbühne Niedersachsen-Süd laufend mit Aufführungen zu Gast weilten, sind längst vorbei. Auch als Kino wird das Theater nicht mehr genutzt. Und jetzt gibt es noch diese höchst überflüssige Auflage, die ab sofort gilt und damit dieser Einrichtung endgültig das Leben aushauchen kann. Die Anordnung des Kreises hat nämlich zur Folge, dass künftig immer ein auswärtiger Bühnenmeister zu einer Veranstaltung herangeholt werden muss - und der kostet bekanntlich Geld. Was bleibt also der Kurverwaltung und damit der Gemeinde übrig? Sie muss das Kurtheater nach der kurzen Wiederbelebung wieder in den Dornröschenschlaf schicken. Und der ist noch keiner Immobilie bekommen. Aber natürlich gibt es in fast jeder Notlage auch immer einen Ausweg. In diesem Fall hieße der: Lasst den eisernen Vorhang herunter. Aber dann ist der verbleibende Bühnenraum so klein, dass man dort kein Theater mehr spielen kann. Noch nicht einmal ein mittlerer Chor könnte Aufstellung nehmen. Zumindest der Chorleiter müsste dann im Publikum stehen oder sitzen und von dort dirigieren. Dralle wies anlässlich der Jahresversammlung des Kur- und Verkehrsvereins Bad Eilsen im "Haus des Gastes" darauf hin, dass sich die Anordnung des Landkreises nur durch umfangreiche Umbauten aus der Welt schaffen lasse. Aber das kostet viel Geld, das derzeit nicht zur Verfügung steht und falls eines Tages doch, dann müsste es für wesentlich wichtigere Aufgaben eingesetzt werden. So heißt eben die schmerzliche Erfahrung: Man muss die Veranstaltungen im Kurtheater drastisch herunterfahren, zum Beispiel auf One-man-Shows, oder man schließt die Türen eben wieder zu und vergisst, dass Bad Eilsen einst viele Jahrzehnte lang einen solchen gern besuchten Musentempel besessen hat. Raum und Einrichtungen können dann weiter verrotten. Das wäre sehr schade, denn die Nutzung von Kursaal und Kurtheater bot der Gemeinde die Chance, das Veranstaltungsangebot auszubauen. Höhepunkte im zu Ende gehenden Jahr waren die Abba-Revival-Show "Dancing Queen", das Wiedersehen mit einem beliebten Travestie-Ensemble, die "Mindener Stichlinge" und der Musikabend mit dem Höhenfeuerwerk im Kurpark. Das Wintervergnügen der Vereine hat an Zugkraft verloren und wird deshalb aus dem Programm genommen. Eine begrüßenswerte Premiere gab es 2008 auch - das war die Wiederbelebung der einstigen Freilichtbühne am Tuffsteinbrunnen durch eine Theatergruppe aus Wittenberg. Dieses Gastspiel war von der Schaumburger Landschaft gefördert worden. Vielleicht gibt es im kommenden Sommerhalbjahr die Möglichkeit zu einer erneuten Nutzung dieses malerischen Platzes im Kurpark. Sicherlich nicht abträglich für ein solches Vorhaben ist die geplante Sanierung der Säulen des Tuffsteinbrunnens. Der 1. Vorsitzende des Kur- und Verkehrsverein, Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann, sprach Dralle für ihr Engagement den Dank des Vorstandes aus. Ihre Planungen für das erste Halbjahr 2009 sind auch bereits abgeschlossen. Die neuen Veranstaltungshefte wurden während der Versammlung verteilt.



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