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Thomas Broich: "Keine Alibifunktion"

Behindertenbeauftragter bekommt keine Anwort

Samtgemeinde Nenndorf (tes). Seit zwei Jahren gibt es die Behindertenbeauftragten Brigitte Schor und Thomas Broich. Broich hat im Haster Rat jetzt erstmals Gelegenheit bekommen, seine Tätigkeit vorzustellen und um Unterstützung zu bitten.

veröffentlicht am 25.01.2007 um 00:00 Uhr

Thomas Broich

Es soll ein Aufbruch sein, "weg vom situationsbedingten Einzelkämpfertum", beklagte Broich die mangelnde Verankerung der Behindertenbeauftragten in der Samtgemeinde. "Die Behinderten fühlen sich nicht ausreichend vertreten". Daher werde diskutiert, einen Beirat zu gründen und so eine standardisierte Beteilung bei Ratsentscheidungen zu erreichen. Ziel sei es, die Teilhabe und Integration der Behinderten zu stärken. Der 44-jährige Polizeibeamte hatte ein persönliches Motiv für sein ehrenamtliches Engagement auf Samtgemeinde- und Kreisebene: Für seinen Sohn Dennis musste er einen integrativen Kindergartenplatz erkämpfen. Mit Erfolg: "Broich ist einer der Wegbereiter für den integrativen Kindergarten Haste", erklärte Bürgermeister Sigmar Sandmann. Mittlerweile ist dieser zudem Sprecher einer Arbeitsgruppe im Kreisbehindertenrat. Nur in der Samtgemeinde hapert es noch mit der Zusammenarbeit. Der letzte Versuch, einen Informationsaustausch im Rat zu erbitten, liegt fast ein Jahr zurück. Bisher ohne Resonanz. "Im April 2006 wurde der Antrag gestellt, und bis heute gibt es keine Antwort, das ist schon bedenklich", sagte SPD- Fraktionssprecher Heinz Joachim Gresel und versprach nachzuhaken. Im Haushaltsansatz 2006 seien zwar 300 Euro bewilligt worden, berichtete Broich, "aber das war uns nicht bekannt". Um die mangelnde Kommunikation zu beenden, beantragen die Behindertenbeauftragten die Teilnahme an den Samtgemeindeausschüssen. Ob offiziell als beratende Mitglieder sei noch offen. "Wichtig ist, dass ich erfahre, welche Menschen mit Behinderungen in Bad Nenndorf leben. Wir wissen nicht wem wir helfen können." So erfahre er bisher nur zufällig von Schwierigkeiten. "Die Menschen müssen zu uns kommen", sagte Broich. Eine "Alibifunktion" will der Beauftragte nicht bekleiden: "Wir sind rund um die Uhr erreichbar, können aber alleine den Erwartungen nicht gerecht werden."

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