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Rechtsanspruch ab Januar 2008

Behinderte sollen finanzielle Hilfen selber verwalten

Landkreis (sk). Menschen mit Behinderungen können ab dem 1. Januar 2008 ihre finanzielle Hilfe selber verwalten. Die Möglichkeit des "Persönlichen Budgets" ist als neuer Rechtsanspruch im Paragraphen 17 des Sozialgesetzbuches 9 verankert und soll behinderten Menschen mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Integration ermöglichen.

veröffentlicht am 02.11.2007 um 00:00 Uhr

Constanze Schwalger steht in der "Alten Polizei" in Stadthagen a

Über die neue Finanzierungsform von Unterstützungs- und Hilfeleistungen der Behindertenhilfe in Deutschland haben gestern im Pressegespräch Vertreter der "Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe" GmbH (PGB) informiert. Die PGB ist als Leistungsanbieter in den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont aktiv, wo die GmbH in Stadthagen am Ostring, in Rinteln, Obernkirchen und Hameln Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen betreibt. Insgesamt 1123 Plätze bieten die Einrichtungen. Bislang erfolgt die Hilfefinanzierung quasi "unsichtbar" für die behinderten Menschen. Der Mensch mit Behinderung beziehungsweise sein Betreuer stellt einen Antrag auf Hilfeleistung bei den Kostenträgern. Diese treten mit Leistungsanbietern in Kontakt. Von den Anbietern erhält der behinderte Mensch die Hilfe (zum Beispiel Wohnheimunterbringung, Betreuung, Krankengymnastik), jedoch keine Rechnung. Der Leistungsanbieter rechnet direkt mit dem Kostenträger ab. Das Modell "Persönliches Budget" läuft anders: Der Mensch mit Behinderung wendet sich - nach wie vor - an einen Kostenträger (zum Beispiel eine Krankenkasse), füllt jedoch nicht nur einen Antrag aus und wartet auf die Leistung. Es findet vielmehr ein Gespräch zwischen Leistungsempfänger und Kostenträger statt, und gemeinsam wird eine Zielvereinbarung über eine Geldsumme getroffen. Im Unterschied zum traditionellen Modell bekommt der Mensch mit Behinderung nun das Geld ausgezahlt und bezahlt seinen oder seine selbt gewählten Leistungsanbieter selbst. Menschen mit Behinderungen, die sich die Selbstverwaltung ihres Budgets nicht zutrauen, steht eine Budgetassistenz zur Verfügung. Dem Begriff "Persönliches Budget" ist das Adjektiv "trägerübergreifend" vorangesetzt. Dies bedeutet, dass der Mensch mit Behinderung trotzt unterschiedlicher Hilfeansprüche nur mit einem einzigen Kostenträger spricht, dort seine Anträge stellt und von dort Geld ausgezahlt bekommt. Wem die neue Finanzierungsform, das "Trägerübergreifende Persönliche Budget" nicht zusagt, der kann nach wie vor die traditionelle Finanzierungsform wählen. Über das "Persönliche Budget" werden die Menschen mit Behinderungen in betreuenden Einrichtungen intern informiert. Darüber hinaus, teilte PGB-Marketingleiter Dieter Schade mit, ist in Stadthagen eine externe Beratungsstelle für jedermann eingerichtet. Kontakt: Constanze Schwalger, PGB-Fachkraft für das "Trägerübergreifende Persönliche Budget", steht ab dem 8. November jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 16.30 Uhr bis 18 Uhr in der "Alten Polizei" für unabhängige Information zur Verfügung.



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