weather-image
18°
Schulungsflüge mit dem Transporthubschrauber NH90 beginnen in Achum / Appell mit Gästen

"Bedeutendes Datum für die Heeresflieger!"

Bückeburg (kk). Flugplatz Achum, gestern Mittag 11.34 Uhr. Vor der Halle VI der Heeresfliegerwaffenschule animiert Oberst Hans-Heinrich Heidmann seine Gäste zum Beifallklatschen. Dem stellvertretenden Schulkommandeur ist der Stolz über diesen Augenblick ins Gesicht geschrieben: Gerade hat der neue Transporthubschrauber NH90 zum ersten Ausbildungsflug abgehoben.

veröffentlicht am 23.01.2007 um 00:00 Uhr

Vor dem Schulungsflug: Bernd Schlarb, Herbert Graser und Hans-He

"Das bedeutende Datum für die Heeresfliegertruppe", so Heidmann in seiner Ansprache, war der Heeresfliegerwaffenschule einen feierlichen Appell wert, zu dem auch zahlreiche Gäste aus dem öffentlichen Leben nach Achum gekommen waren. In Vertretung des Schulkommandeurs und Generals der Heeresflieger, Richard Bolz, der sich noch in den USA aufhält, gab Heidmann den Startschuss zur so genannten fliegerischen Industrieausbildung auf dem neuen Hubschraubermuster. In der Praxis heißt das: Gestern haben die Testpiloten Herbert Graser und Daniel Schwenzel von der Herstellerfirma Eurocopter begonnen, vier Bundeswehrpiloten auf der NH90 zu schulen. Nach dieser siebenwöchigen Praxisphase steigen die Bundeswehrfluglehrer wiederum in die Ausbildung weiterer Instrukteure für die Streitkräfte ein. Ende dieses Jahres sollen 20 Fluglehrer so weit sein, dass die eigentliche Pilotenausbildung aufgenommen werden kann. Kernteile dieser Ausbildung sind in Achum zentralisiert. Danach werden Piloten des Transporthubschrauberregiments 10 in Fassberg geschult. Diese Einheit wird als erstes Einsatzregiment die NH 90 erhalten. Weitere Einheiten des Heeres, der Luftwaffe und wahrscheinlich der Marine folgen. In Achum werden Piloten aller Teilstreitkräfte ausgebildet werden. "Wenn es nach uns geht, endet dies aber nicht an unseren Grenzen," so Heidmann. "Das internationale Interesse an Ausbildungskooperationen ist groß!" Das bedeutet, dass mittelfristig möglicherweise auch ausländische Piloten auf dem neuen Transporthubschrauber in Achum ausgebildet werden. "Die NH90-Ausbildung ist die wesentliche Leistung der Heeresfliegerwaffenschule in den nächsten Jahren," verdeutlichte der Oberst den Gästen. Als Testpilot Herbert Graser und Hauptmann Bernd Schlarb gestern zu ersten Platzrunden sowie Start- und Landeübungen abhoben, starteten sie mit einer Maschine, die noch nicht für alle vorgesehenen Aufgaben freigegeben ist. Ausstattungsteile zur Verbesserung der Allwettertauglichkeit wie Enteisungs- und Hinderniswarnanlage müssen noch nachgerüstet werden. Um weitere Verzögerungen - erste NH90 sollten ursprünglich schon 2004 ausgeliefert werden - zu vermeiden und um einen frühestmöglichen Ausbildungsbeginn zu ermöglichen, entschieden sich die Heeresflieger, die Schulung mit zunächst zwei Hubschraubern aufzunehmen, die noch nicht dem endgültigen Operationsstandard entsprechen. Nach und nach folgen weitere Maschinen: Bis Frühjahr 2008 erhält die Heeresfliegerwaffenschule 14 NH90. Parallel zur Fluglehrerschulung und zum Zulauf neuer Hubschrauber werden die Arbeiten an Simulatoren vorangetrieben. Das Gebäude steht bereits (wir berichteten), der erste Simulator wird gerade aufgestellt und soll im August 2008 in Betrieb gehen. Schon jetzt wird der so genannte "Part Task Trainer", mit dem computergestützt Teilfunktionen geübt werden können, eingesetzt. Modernste Technik wird auch bei der Flugvorbereitung und -dokumentation genutzt. Die "EUA" (Einsatzunterstützungsanlage) genannte Technik wurde von Oberst Hans-Heinrich Heidmann gestern als "Quantensprung im Einsatz der neuen Hubschrauber" bewertet.

0000437033-12-gross.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare