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Stadtplaner und Stadtmanager wollen den Leerständen ein ansehnlicheres Aussehen geben

Bedeutende Gesichter statt kahler Schaufenster

Hameln (ni). Ungeputzte Schaufensterscheiben, hinter denen sich ein dunkles Loch auftut oder Glasfronten, an denen wellige Bahnen von Packpapier kleben – der Leerstand hat meist hässliche Gesichter. Doch mit ein wenig Make-up ließen die sich durchaus aufhübschen. Die Stadtplaner im Hamelner Rathaus und Stadtmanager Stefan Schlichte haben gemeinsam eine Idee dazu entwickelt.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 17:42 Uhr

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Schaufenster, die nichts präsentieren, weil es dahinter keinen Laden mehr gibt, der etwas verkaufen will, beeinträchtigen das Stadtbild. Und wie Anzeichen eines drohenden Niederganges drücken sie auf die Stimmung der Menschen, die sich in den Straßen bewegen. Ginge es nach Stadtplaner Wolfgang Kaiser und Stadtmanager Stefan Schlichte, dann könnte der öde Anblick schon bald Vergangenheit sein und sich statt- dessen in ein bebildertes Lesebuch zur Hamelner Geschichte verwandeln.

Die Idee: Motive von berühmten Hamelner Persönlichkeiten wie etwa Friedrich Wilhelm Adam Sertürner und von den Hamelner Brücken auf große Folien zu drucken, einige Zeilen erklärenden Text dazu zu stellen und mit diesen Informationen zur Historie der Stadt sowie auf den Vermieter des leerstehenden Ladens die Schaufenster flächendeckend zu bekleben. Bei den Brücken-Bildern soll außerdem ein Wortspiel auf Sinn und Zweck der außergewöhnlichen Dekoration hinweisen. Nämlich: „Wir überbrücken den Leerstand.“

„Mehr als eine Idee ist es noch nicht“, betont Schlichte und weist auch schon auf die Probleme hin, die einer Umsetzung noch im Weg stehen: „Wir brauchen die Zustimmung der Eigentümer.“ Doch mit denen Kontakt aufzunehmen, gestalte sich in der heutigen Zeit schwierig, sagt Wolfgang Kaiser. „Wir haben leider kaum noch den klassischen Eigentümer, der hier vor Ort lebt. Wir haben es mit Fonds zu tun, auch mit ausländischen, bei denen man den Gesprächspartner erst mal suchen muss.“

Kaiser und Schlichte liegt daran, „die Leerstände optisch so ansprechend wie möglich zu gestalten“ und so den Gesamteindruck der Innenstadt zu verbessern. Ob es ihnen gelingt, die Eigentümer davon zu überzeugen, „dass es in ihrem eigenen Interesse sein müsste, ihre Immobilie anständig zu präsentieren“, wird sich erst noch zeigen. Von den ersten positiven Signalen aus dem Kreis der Vermieter auf breite Zustimmung zu schließen, sei noch verfrüht.

Die Kosten zumindest dürften kein Hindernis darstellen. Stadtmanager Stefan Schlichte: „Die Eigentümer müssen uns nur erlauben, ihr Eigentum zu betreten und die Schaufenster zu bekleben; bezahlen würde die Stadt.

Motive von berühmten Hamelner Persönlichkeiten wie hier Friedrich Wilhelm Adam Sertürner könnten schon bald die Schaufenster leerstehender Geschäfte schmücken.

Montage: hm



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