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Becker: CDU weiterhin uneinsichtig

Stadthagen (rd). "Mit Bedauern", so Parteichef Karsten Becker, "hat die Stadthäger SPD zur Kenntnis genommen, dass die CDU offenbar nach wie vor nicht bereit ist, Konsequenzen aus ihren jüngst gewonnen Erkenntnissen über das Versagen des dreigliedrigen Schulsystems in Niedersachsen zu ziehen."

veröffentlicht am 05.06.2007 um 00:00 Uhr

"Wir sind uns mit der CDU durchaus einig, dass etwas getan werden muss, damit alle Schüler im Anschluss an die Schulzeit einen Ausbildungsplatz finden", so Becker. "Wir fordern aber im Gegensatz zur CDU geeignete und wirksame Maßnahmen, die den Schülerinnen und Schülern bei einem erfolgreichen Schulabschluss und bei dem Einstieg ins Berufsleben helfen." "Der CDU-Antrag, der dem Stadtrat zur Schule Am Schlosspark vorliegt, ist reine Augenwischerei", so Becker. Denn: Wenn die CDU den weiteren Einsatz des städtischen Jugendkoordinators an der Schule Am Schlosspark fordere, scheine sie nicht zu wissen, dass der Jugendkoordinator bereits heute einen Großteil seiner Arbeitszeit an der Schule Am Schlosspark leiste. "Da die Idee von Ausbildungspatenschaften auch nicht neu ist, sondern bereits vom Integrationsbeirat vorgeschlagen wurde, stellt sich die Frage, worauf der CDU-Vorschlag denn nun eigentlich abzielt, zumal da sowohl die Organisation als auch die personelle Ausstattung der Schulen ausschließliche Landesaufgaben sind. Insgesamt drängt sich der Verdacht auf, dass es der heimischen CDU im Vorfeld der Landtagswahl nur um eine kosmetische Verkleisterung der wirklichen Ursachen für die schwierigen Bedingungen gehe, denen sich Lehrer und Schüler an den niedersächsischen Hauptschulen stellen müssen", so Becker. "Wenn derörtliche Parteivorstand der CDU es nicht für erforderlich hält, sich an die ?eigene' Landesregierung zu wenden, um zu einer ausreichenden Anzahl von Lehrerstellen zu kommen, spricht das Bände im Hinblick auf das ehrliche Bemühen, tatsächliche Verbesserungen für die Situation der Schülerinnen und Schüler an der Hauptschule zu erzielen." Zum "Ideologie"-Vorwurf der CDU merkt Becker an: "Die Kritik an derüberkommenen niedersächsischen Schulstruktur greift eben gerade nicht auf ideologische Überzeugungen zurück, sondern ist mittlerweile pädagogisch und empirisch belegt." So urteile auch der Präsident des ifo-Institutes für Wirtschaftsforschung, Hans Werner Sinn, auf Grundlage der eindeutigen Ergebnisse der Pisa-Untersuchungen: "Die frühe Selektion (des dreigliedrigen Schulsystems) maximiert den Einfluss der Eltern und minimiert die Bedeutung der tatsächlichen Begabung der Kinder. Da dieses System jedoch die Ungleichheit vergrößert, ohne den Durchschnitt zu verbessern, gehört es in den Abfalleimer der Geschichte."



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