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Kaufmännische Auszubildende fahren heute nach Posen / Comenius-Projekt wird von EU gefördert

BBS-Schüler knüpfen enge Polen-Kontakte

Stadthagen (jl). Heute starten 22 Schüler und vier Lehrer der BBS Stadthagen mit dem Bus in Richtung Poznan. Der bis zum 21. September terminierte Besuch an der Ökonomieschule der polnischen Großstadt ist der praktische Auftakt eines ehrgeizigen Projektes, das von der EU gefördert wird.

veröffentlicht am 12.09.2008 um 00:00 Uhr

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Die angehenden kaufmännischen Assistenten mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik haben seit Montag dieser Woche sechs Unterrichtsstunden täglich nur ein Fach gehabt: Polnisch. Dass es zumindest mit dem Verständigen im Alltag schon ganz gut klappt, führten einige der Reisenden beim Pressegespräch eindruckvoll vor. Die Stadthäger Schüler, wie ihre Partner der Zespól Szkól Ekonomicznych, werden in drei Sprachen miteinander kommunizieren: Deutsch, Polnisch und Englisch, weil es die Berufsbilder erfordern. Die Dreisprachigkeit und zwei Projekte im Projekt haben dem Austausch Stadthagen - Poznan (Posen) ein ganz besonderes Gütesiegel aufgedrückt, wie Werner Müller erläuterte, der an der BBS für die sogenannten Comenius-Projekte zuständig ist. Nach dessen Worten wird bei der EU bei den Comenius-Anträgen "nach Qualität" entschieden. Dabei habe der Antrag aus Stadthagen 98 der 100 möglichen Qualitätspunkten bekommen. Die Projekte sind die Gründung einer deutsch-polnischen Übungsfirma, die laut Vorgabe mit Büromaterial handeln soll. Außerdem müssen die Stadthäger ihren Partnern in Poznan nach deren Anforderungsprofilen selbst entwickelte Software liefern. Kommunizieren werden die Geschäftspartner ausschließlich auf Englisch. Als Medien dienen ihnen die Internetseiten beider Schulen sowie eine spezielle Plattform im weltweiten Netz. Das zweite Projekt hat soziokulturellen Charakter: Dabei arbeiten sich beide Seiten jeweils in die Sprache, Kultur, Geschichte und Geografie des anderen Landes ein. Die Ergebnisse werden auf Faltblättern und im Internet präsentiert. Die Zusammenarbeit mit Poznan wird die Stadthäger Vollzeitberufsschüler bis ans Ende ihrer zweijährigen Ausbildung, alsobis in die Prüfung begleiten: Klassenlehrer Joachim Braun machte deutlich, dass die Inhalte des Comenius-Projektes normaler Unterrichtsstoff seien. Aus diesem Fundus werden die Stadthäger sich auch ihre Prüfungsthemen aussuchen müssen. Die Besonderheit: Die Prüfungen werden in Poznan vorgenommen. Der erste Gegenbesuch aus Poznan wird an der Stadthäger Jahnstraße Ende Mai 2009 erwartet. Für 2010 steht dann der zweite Stadthäger Besuch in der 600 000-Seelen-Stadt an.

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