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27. Spieltag

Bayern «total enttäuschend» vor Topspiel gegen BVB

Freiburg (dpa) - Die verlorene Tabellenführung vor dem Gipfeltreffen mit Borussia Dortmund sorgt für richtig schlechte Laune beim FC Bayern München.

veröffentlicht am 30.03.2019 um 19:20 Uhr
aktualisiert am 03.04.2019 um 18:21 Uhr

Münchens Thiago (l) und Freiburgs Janik Haberer im Zweikampf um den Ball. Foto: Uwe Anspach/dpa

Autor:

Maximilian Haupt und Nils Bastek, dpa

Nach dem 1:1 (1:1) beim SC Freiburg und zwei Punkten Rückstand auf den neuen Spitzenreiter aus Dortmund verließen Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge das Schwarzwald-Stadion schweigend und mit ernsten Mienen - die Kritik überließen sie Trainer Niko Kovac und Sportchef Hasan Salihamidzic. «Im Großen und Ganzen total enttäuschend, wie wir heute gespielt haben», sagte Salihamidzic. «Wir haben nicht die richtige Einstellung zum Spiel gefunden und haben natürlich die ersten Minuten verschlafen.»

Auch Kovac war angefressen über eine erste Halbzeit, in der Freiburgs Lucas Höler schon nach drei Minuten per Kopfball zum 1:0 treffen durfte und es danach viel zu oft massive Probleme in der Defensive gab - vor allem über die rechte Seite von Joshua Kimmich und Jérôme Boateng. Freiburgs Linksverteidiger Christian Günter hatte nicht nur bei der Flanke vor dem Treffer viel zu viel Platz und lief den Bayern einmal nahezu ohne Gegenwehr über den halben Platz davon. «Der ein oder andere hat gedacht: Es wird schon. Aber es wird nicht. Vor allem nicht hier in Freiburg», sagte Kovac. «Wir werden das sachlich ansprechen, aber auch in deutlichem Ton.»

Ohne die wegen muskulärer Probleme fehlenden David Alaba und Kapitän Manuel Neuer im Tor offenbarte der Rekordmeister defensiv Schwächen und präsentierte sich alles andere als bereit für das Duell mit Dortmund am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky). Offensiv hatten die Münchner zwar mit zunehmender Spieldauer gute Chancen, hinten aber zu oft auch einfach nur Glück.

Statt wie angestrebt als Tabellenführer geht der FCB nun als Herausforderer in das Heimspiel am 28. Spieltag, weil Dortmund in der Nachspielzeit noch zwei Tore erzielte und gegen den VfL Wolfsburg 2:0 gewann. «Wir müssen jetzt am Wochenende gewinnen, das ist klar. Das ist unnötig, weil wir eine gute Aufholjagd hatten», sagte Kovac. «Selbst eingebrockt, darüber bin ich sehr verärgert.»

Der polnische Nationalspieler Robert Lewandowski erzielte in der 22. Minute mit seinem 199. Bundesliga-Tor zwar den Ausgleich - ein technisch sehenswerter Treffer per Seitfallzieher. Er verpasste in der Folge aber sowohl die 200-Tore-Marke als auch den erhofften Siegtreffer für die Bayern. Leon Goretzka traf vor den Augen von Bundestrainer Jogi Löw in der Nachspielzeit nur den Pfosten.

Mats Hummels sprach danach von einem «Dämpfer», hatte für grundsätzliche Kritik aber nicht so viel übrig. «Wenn man 26 Torschüsse und fünf, sechs, sieben hochkarätige Chancen in Freiburg hat, dann kann man nicht so viel falsch gemacht haben», sagte der Innenverteidiger.

Volle Konzentration auf Dortmund können sich die Münchner allerdings noch nicht erlauben - zuerst steht noch das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim an. «Erst mal müssen wir am Mittwoch Heidenheim schlagen und dann gibt es, glaube ich, keine psychologische Komponente mehr», antwortete Hummels auf eine entsprechende Frage. Die Situation am Samstag ist klar: «Wir müssen gewinnen.»



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