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Stärkere Einbindung des Familiengrabes bei Stadtführungen / Friedhofsmauer wird erneuert

Baxmann – einst Mörder, jetzt Touristenführer

Hessisch Oldendorf (mau). Über Jahre tyrannisierte er die Menschen in Hessisch Oldendorf. Aus Habgier bestahl er seine Gäste, und man sagt ihm sogar nach, dass er tötete. Nachdem der Wirt Cord Baxmann im Alter von 91 Jahren gestorben war, taucht er nach seinen Beerdigungen immer wieder auf, bis Mönche aus Paderborn ihn in den Süntel an die Blutbachquelle bannten. Diese sollte er mit einem Sieb leerschöpfen, um für seine Missetaten zu büßen. Der Winter war jedoch so kalt, dass das Wasser der Quelle gefror und er dieses mit dem Sieb ganz leicht herausnehmen konnte.

veröffentlicht am 17.12.2009 um 10:13 Uhr
aktualisiert am 17.12.2009 um 14:42 Uhr

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Hessisch Oldendorf (mau). Über Jahre tyrannisierte er die Menschen in Hessisch Oldendorf. Aus Habgier bestahl er seine Gäste, und man sagt ihm sogar nach, dass er tötete. Nachdem der Wirt Cord Baxmann im Alter von 91 Jahren gestorben war, taucht er nach seinen Beerdigungen immer wieder auf, bis Mönche aus Paderborn ihn in den Süntel an die Blutbachquelle bannten. Diese sollte er mit einem Sieb leerschöpfen, um für seine Missetaten zu büßen. Der Winter war jedoch so kalt, dass das Wasser der Quelle gefror und er dieses mit dem Sieb ganz leicht herausnehmen konnte. Der Bann war gebrochen und Baxmann erschien wieder in Oldendorf. Also ließen die Oldendorfer die Mönche ein zweites Mal kommen. Sie bannten ihn abermals an die Quelle und erteilten ihm nun die Aufgabe, diese mit einem Fingerhut auszuschöpfen. Bis auf den heutigen Tag hat man ihn nicht mehr in Oldendorf gesehen, so sagt es die Sage.

Ganz stimmt das aber nicht. Denn einen Baxmann sieht man immer wieder in Hessisch Oldendorf. Als Baxmann verkleidet, führt Lutz Simon Touristen durch die Stadt und bleibt an markanten Stellen stehen. In diese Stadtführungen soll in Zukunft auch das Baxmanngrab besser eingebunden werden. „Wir möchten eine Informationstafel an dieser Grabstätte aufstellen“, so Carl Cordemann, Vorsitzender des Förderkreises Baxmann. „In diesem Familiengrab ruht ein Baxmann.“ Ob der Ratskellerwirt Cord Baxmann in die Grabstätte umgebettet wurde, ist unklar, vielmehr wird vermutet, dass es sich um Verwandte einer jüngeren Generation handelt. Um das Grab herum soll es ebenfalls Verschönerungen geben, so dass es einfacher wird, die Grabinschrift zu lesen.

Im Zusammenhang mit dem Vorhaben des Förderkreises Baxmann, eine Infotafel, ähnlich wie die am Brunnen am Marktplatz, aufzustellen, wird auch die angrenzende Friedhofsmauer erneuert. „Die Mauer war beschädigt und verrutscht und bedrohte das Grab“, so Cordemann. „Wir haben auf die Unterstützung von Jobcenter und Jugendwerkstatt gehofft, die ja bereits am Stift in Fischbeck aktiv sind.“ Anfangs habe die Firma NN-Bau Hessisch Oldendorf mitgeholfen, den Abbau der Natursteinmauer haben unter anderem Tolger Bozüslü (18) und Denis Werlich (18) von der Jugendwerkstatt erledigt. Wenn die Mauer bei wärmeren Temperaturen wieder aufgebaut werden kann, haben die beiden Jungs rund zehn Tonnen Material bewegt. Die Kosten dafür hat die Stadt Hessisch Oldendorf getragen. Für die Personalkosten kommt das Job Center Hameln-Pyrmont auf.

Lutz Simon als Baxmann (oben) und (v. li.) Klaus-Dieter Jösten (Jugendwerkstatt), Cord Cordemann (Vorsitzender Förderkreis Baxmann), Lutz Simon (Touristenführer) und Sven Schönrock (Job Center Hameln-Pyrmont) am Baxmanngrab auf dem alten Friedhof.Foto: mau



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