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Ausbau der K 29 zwischen Vornhagen und Blyinghausen soll durch Behörde verzögert worden sein

Bautra: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen"

Vornhagen (cko). Der stockende Ausbau der Kreisstraße 29 zwischen Vornhagen und Blyinghausen erhitzt seit geraumer Zeit die Gemüter - sowohl die der Anwohner als auch die der Bauunternehmer und der zuständigen Behörde. Die Baufirma "Bautra" hat sich gestern gegen massive Vorwürfe der Landesbehörde für Straßenbau zur Wehr gesetzt. Nicht die Bauarbeiter, sondern die Behörde trage die Schuld an den monatelangen Verzögerungen.

veröffentlicht am 20.04.2006 um 00:00 Uhr

Am 25. November vergangenen Jahres sollte der Bau der Kreisstraße, der im Mai 2005 begonnen worden war, bereits fertig gestellt sein. Damals räumte die Landesbehörde für Straßenbau (Hameln) der Lauenhäger Firma "Bautra" eine Verlängerung von zwei Wochen ein. Doch diese reichte bei weitem nicht aus. Bis heute sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen. Undreichen nach Einschätzung des "Bautra"-Geschäftsführers Karl-Heinz Bethge voraussichtlich bis in den Juni hinein. Doch das ist nach Bethges Angaben nicht die Schuld seiner Firma, wie es Rolf Hormann von der Landesbehörde für Straßenbau behauptet hatte. Diverse Hindernisse haben sich nach Bethges Aussage von Anfang an dem kalkulierten Zeitrahmen in den Weg gestellt. Angefangen habe das bereits mit der Verkehrsumleitung. Die Behörde habe den Verkehr fälschlicherweise mitten durch die Stadthäger Fußgängerzone leiten wollen. "Und das zieht sich fort wie ein roter Faden", fasst Bethge zusammen. Ende Mai 2005 habe "Bautra" bereits erste Behinderungen und zusätzliche Arbeiten in Hameln angezeigt. "Jede Behinderung bedingt eine Terminverschiebung", erklärt Bethge. Konkret: Das Regenrückhaltebecken habe so, wie es von der Behörde geplant worden sei, einfach nicht an die vorgesehene Stelle gepasst. Mehrmals, mündlich bereits Ende April, habe die Baufirma die Straßenbaubehörde aufgefordert, eine neue Planung zu erstellen. Ende Juli habe es endlich eine neue Lösung gegeben, an anderer Stelle. Das habe zur Folge gehabt, dass aus "30 Metern 170 Meter wurden, die wir ableiten mussten", sagt Bethge. Ähnlich habe es sich mit einem Regenwasserkanal verhalten, an den die Firma anschließen sollte. Diesen habe es nämlich gar nicht gegeben, was den kompletten Neubau des Regenwassersystems in diesem Bereich nötig gemacht habe. Außerdem seien die Planungsunterlagen und die Querprofile, die zum Bau und dessen Vorbereitung nötig seien, "absolut mangelhaft", beschreibt der "Bautra"-Chef. Von mehr als 90 Plänen habe nicht einer gestimmt. Im Laufe der Bauarbeiten seien diverse Ortsbegehungen allein wegen dieser nicht kalkulierten Hindernisse nötig gewesen, "fast täglich, mindestens aber zwei- bis dreimal wöchentlich" waren nach Bethges Angaben Rücksprachen mit der Behörde nötig. Bisweilen kam es sogar zum Stillstand auf der Baustelle. So auch gestern - denn da war die Sackgasse Vornhagen, eine zu den Gewerbebetrieben führende Gemeindestraße, die von einer anderen Firma ausgebaut wird, voll gesperrt. Folge: In dieser Zeit konnten die "Bautra"-Bauarbeiter gar nicht an ihre eigene Baustelle gelangen. "Alles Behinderungen und zusätzliche Mehrarbeit", betont Bethge, auf deren Ursachen seine Firma keinen Einfluss gehabt habe. Mehr als eineinhalb mal so viele Stunden wie beim Auftrag veranschlagt habe "Bautra" bereits geleistet - und die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

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