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Perspektiv-Wechsel aus der Sicht von Gee Vero

„Baustelle Inklusion“

HAMELN. Die Autismusambulanz Hameln der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH (PLSW) hatte zum Vortrag der Referentin mit Autismus Gee Vero ins Lalu im Hefehof in Hameln eingeladen und rund 150 Besucher haben daran teilgenommen.

veröffentlicht am 21.08.2018 um 15:51 Uhr

Gee Vero informierte auf Einladung der Autismusambulanz der Lebenshilfe im Lalu. FOTO: Uwe menze/PR

Gee Vero nahm die Besucher sehr anschaulich in ihre andere Welt der Wahrnehmung mit und betonte dabei, dass sie nur über sich sprechen kann, weil sie schließlich nicht wie alle Autisten sei, jedoch gäbe es oft durchaus Parallelen zu der Wahrnehmungs-Welten von anderen Autisten. Gerade bei Redewendungen kommen Autisten oft ins Grübeln wegen ihres wortwörtlichen Verständnisses. So berichtet Gee Vero davon, dass ein Lehrer z. B. gern gesagt habe „Hier vorn spielt die Musik“ und sie sich ernsthafte Sorgen gemacht habe, weil sie diese Musik nicht hören konnte. Erst kürzlich habe sie gelernt, das „So, ich sattle jetzt mein Pferd“ nicht bedeutet, mit dem Pferd nach Hause reiten zu wollen, sondern nur, dass man sich auf den Heimweg machen will. Besonders am Herzen lag Gee Vero auch das Thema „Stimming“, welches selbststimulierendes Verhalten bedeutet. Unter „Stimming“ fällt z. B. das Flattern mit den Händen, monotones Klopfen auf einen Tisch oder auch andauerndes Summen/Singen eines Tones. „Stimming“ hilft Autisten oft dabei, anstrengende Situationen auszuhalten und sich selbst zu regulieren. Vero berichtete, dass sie selbst dieses auch während des Vortrages betreiben würde, indem sie die ganze Zeit ihre Zehen anziehen und wieder strecken würde. Gee Vero verstand es, das Thema Autismus unterhaltsam darzustellen, indem sie viele Momente aus ihrem Leben und Familienleben in ihren Vortrag mit einbezog. Das Thema Inklusion beschäftigt sie global sowie zwischenmenschlich. Sie rief dazu auf, „menschlich zu sein, anstatt nur Mensch zu sein, Brücken zu bauen, statt Gräben zu vertiefen und eine allgemeine Akzeptanz des anderen in seinem Anderssein“.

Die Besucher waren von ihrem sehr informativen und unterhaltsamen Vortrag begeistert und am Ende dankte Nicole Jarosch, Leiterin der Autismusambulanz Hameln der PLSW, Gee Vero herzlich dafür.red



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