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Datensammlung: Forstfachfrau Christiane Matthaei arbeitet für die Stadt Bückeburg am "Schaumburger Baumkataster"

Baum-Politesse unterwegs: Knorriges kommt ins Kataster

Bückeburg. Jetzt ist es soweit: Die Stadtverwaltung lässt ihren Baumbestand auf städtischem Gebiet eingehender inspizieren. Es geht um die gezielte "Inaugenscheinnahme" jedes einzelnen Baumes - von der Spitze der Krone über den Stamm bis zum Wurzelteller. Ziel ist es, Gesamtzahl und Artenzusammensetzung des Bückeburger Baumbestandes zu ermitteln.In einem Atemzug werden der genaue Standort per Luftbild, die Altersklasse und der Pflegezustand erfasst und analysiert. Zuständig dafür ist die forsttechnische Assistentin Christiane Matthaei, die auch über die Zusatzqualifikation des "zertifizierten Baumkontrolleurs" verfügt. Ein Jahr Zeit hat man ihr gegeben, um alles systematisch in das eigens dafür entwickelte Schaumburger Baumkataster einzugeben.

veröffentlicht am 04.01.2008 um 00:00 Uhr

Christiane Matthaei nimmt eine Kastanie an der Marienschule in d

Natürlich stehen handfeste Kostenplanungen und rechtliche Aspekte für die Politik als Antriebsmotor hinter dem Vorhaben. Es geht um das Schaffen von Verkehrssicherheit auf städtischen Flächen. In Zukunft soll zum einen ein optimal gepflegter Baumbestand rechtlichen Haftungsansprüchen gerecht werden. Aus Zeitgründen ist es den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes nur begrenzt möglich, einen genaueren Blick auf jeden einzelnen Baum und dessen Gesundheitszustand zu werfen. Fast zwangsläufige Folge: Im Verborgenen kann sich einiges entwickeln, das die Verkehrssicherheit gefährdet.Außerdem soll für die Baumpflege nach Dringlichkeitsstufen ein Maßnahmenkatalog erstellt werden, nach dem diese kalkuliert und abgearbeitet werden können. Erst einmal fertiggestellt, wird das Kataster die Arbeitsplanung des Baubetriebshofes beeinflussen: gezielte Jungbaumpflege, Sanierungsmaßnahmen an Altbäumen, Neuanpflanzungen. Mitarbeiter der Stadt haben den Handlungsbedarf zur systematischen Erfassung der Grünflächen, insbesondere der Bäume gesehen: Ist-Bestand-Erfassung, Bestandsanalyse, gezielte Kostenplanung, vernünftige Arbeitsaufträge nach Prioritätenlisten und letztlich die Abrechnung der Maßnahmen. Dies alles soll schlüssig ineinander greifen. Andere Kataster dienen als Vorbild: Straßenkataster, Grabenkataster, Immobilienkataster. Daraus abgeleitet wird erstmalig ein Baumkataster als Schaumburger "Geo-Informations-Projekt" erstellt, das allen Ansprüchen gerecht werden soll. "Da wird Entwicklungsarbeit vom Feinsten betrieben", sagt Christiane Matthaei. Zurzeit befinde sie sich in"Phase 1" - dem Erfassen des Ist-Zustandes. Von geschätzten 4000 bis 7000 Stadtbäumen hat sie bisher 2500 aufgenommen. "Erste Schlaglichter zeigen, dass es richtig war, ein solches Vorhaben anzugehen", erklärt Matthaei, die Schulen mit den dazugehörigen Schulhöfen als erstes unter die Lupe genommen hat. Akuter Handlungsbedarf bestand bereits an der Grundschule Im Petzer Feld und an der Grundschule "Am Harrl". Dort waren Bäume abgängig und konnten auch nicht sinnvoll saniert werden - ihr Fällen war unvermeidlich. Natürlich werden Neuanpflanzungen gleich mit eingeplant, um auch in Zukunft allen Bückeburgern, insbesondere den Jüngeren, den jahreszeitlichen Wechsel vor Augen zu führen. Forstfachfrau Matthaei weist noch auf einen wichtigen - weil Zeichen setzenden - Nebenaspekt des Vorhabens hin: "Ratsherren und Ratsfrauen sind sich der wichtigen Funktionen unserer Stadtbäume bewusst - Verkehrsleitung, Raumbildung, Wohlfahrtswirkung, Ökologie, finanzieller Wert und Ästhetik." So übernähmen sie Verantwortung für einen in Zukunft gepflegten, den modernen Rechtsansprüchen entsprechenden Zustand der städtischen Bäume.

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