weather-image
13°
Nacht- und Nebelaktion in Apelern: Bürgermeister sucht den Schuldigen / Hinweise der Bevölkerung?

Baumfrevel: Nur die Stümpfe stehen noch

Apelern (bab). Offensichtlich in einer Nacht- und Nebelaktion haben Unbekannte fünf Bäume an der Straße zwischen Lyhren und Groß Hegesdorf gefällt. An der Kurve vor dem Soldorfer Friedhof sind auf der westlichen Seite nur noch die Stümpfe zurückgeblieben. Der größte hat einen Durchmesser von nahezu 60 Zentimetern.

veröffentlicht am 12.02.2008 um 00:00 Uhr

60 Zentimeter im Durchmesser misst der Stumpf des dicksten Baume

"Ist das nicht ein Frevel sondergleichen?" fragt Apelerns Bürgermeister Heinrich Oppenhausen (SPD) entrüstet. "Die Bäume stehen auf öffentlichem Gebiet", sagt er. Der Graben liegt an einer überörtlichen Verbindungsstraße. Die Samtgemeinde sei für die Pflege zuständig. "Beim Bauhof habe ich nachgefragt, die wissen von nichts", sagt Oppenhausen. Er hat den Verdacht, dass der Baumfäller ein Privatmann ist. Dieser muss auf jeden Fallüber entsprechendes Gerät verfügt haben, denn die fünf Bäume waren zwölf bis 15 Meter hoch, wie Oppenhausen und sein Stellvertreter Günter Wosny (SPD) schätzen. Die Durchmesser der Bäume lagen bei 40, 50 und 60 Zentimetern in Höhe der jetzigen Stümpfe. Es handele sich wohl um Erlen und Weiden, die gerade junge Blütenkätzchen tragen. Reste davon haben Wosny und Oppenhausen gegenüber auf dem Land an deröstlichen Straßenseite entdeckt. Ebenso wie Reste von frisch Gehäckseltem. Was darauf hindeutet, dass vor Ort gleich geschreddert wurde. Das müsse jemandem aufgefallen sein, glauben die Ratsherren. "Das war ja wohl eine richtige Aktion hier", meint Wosny. Anfang des Monats hat Oppenhausen den Kahlschlag entdeckt. Nach seiner Meinung müssen die Bäume vor dem 3. Februar abgeholzt worden sein. "Vielleicht hat ja jemand etwas gesehen", hofft der Bürgermeister auf Hinweise aus der Bevölkerung. Er habe bereits mit der Kreisverwaltung gesprochen. Wenn der Verursacher bekannt wäre, würde er ein Bußgeld zahlen müssen. "Ansonsten könnten wir nur Anzeige gegen Unbekannt erstatten", fürchtet Oppenhausen. Einen Grund für diesen Frevel können sich der Bürgermeister und dessen Stellvertreter nicht recht vorstellen. "Die Bäume haben doch keinen gestört", sagt Oppenhausen. Sie seien inzwischen hochstämmig gewesen und die Krone sei so beschnitten worden, dass Busse oder Lastwagen ohne Probleme unter ihnen hindurchfahren konnten. Die Ratsherren können sich lediglich vorstellen, dass ein Landwirt vielleicht mit einem Mähdrescher Probleme gehabt haben könnte. Aber auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge hätten die Bäume eigentlich kein Hindernis dargestellt. Beide sind sich einig, dass an der nun kahlenKurve wieder Bäume stehen sollen. "Da pflanzen wir wieder etwas hin", sagt Oppenhausen entschlossen.

Sind stocksauer: Heinrich Oppenhausen und Günter Wosny messen mi
  • Sind stocksauer: Heinrich Oppenhausen und Günter Wosny messen mit dem Zollstock den Durchmesser eines Stumpfes. Fotos: bab


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare