weather-image
25°
Streit um Hellweg-Neubau im Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr

Baumarkt: Barsinghausen klagt

Bad Nenndorf (rwe). Der Streit zwischen Barsinghausen und der Nachbarstadt Bad Nenndorf um weitere Ansiedlungspläne im Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr scheint zu eskalieren. Die Stadt Barsinghausen plant eine Klage gegen eine von Nenndorfer Seite vorangetriebene Änderung des Flächennutzungsplanes.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:12 Uhr

Stein des Anstoßes ist die Ansiedlung des Bau- und Gartenmarktes im Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr. Bereits im Oktober will die Baumarktkette Hellweg aus Dortmund dort ihr neues, rund 10 200 Quadratmeter großes Center für Heimwerker eröffnen (wir berichteten). Die Arbeiten sind seit Mitte Mai in vollem Gang, obwohl weder die planungsrechtlichen Voraussetzungen noch eine Baugenehmigung für das Projekt vorliegen. Genehmigt ist lediglich der Bau einer Lagerhalle für Baustoffe. Offenbar geht die Baumarktkette das Risiko ein, das fertige Gebäude nicht wie geplant nutzen zu können, falls der Streit um das Projekt bis Herbst nicht beendet ist. Der Nenndorfer Rat will am Donnerstag, 12. Juli, über die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes entscheiden. Die Stadt Barsinghausen hat formal Widerspruch gegen die Nenndorfer Pläne eingereicht. "Falls dieser Widerspruch abgelehnt wird, werden wir klagen", kündigt Dezernent Carsten Hettwer an. Die Verwaltung befürchtet erhebliche Auswirkungen der Nenndorfer Ansiedlungspläne auf den Einzelhandel in Barsinghausen. Dabei geht es nicht nur um den neuen Baumarkt, sondern auch um benachbarte Grundstücke an der "Piepmühle", die möglicherweise für weiteren Einzelhandel umgewidmet werden könnten. "Es gibt kein Gesamtkonzept", kritisiert Hettwer. Ebenso wie Barsinghausen wenden sich auch Stadthagen und die Region Hannover strikt gegen die Nenndorfer Pläne. Ganz so scharf weht der Wind aus der Kreisstadt aber nicht herüber. "Wir wollen dem entgegentreten, wenn auch nicht gleich vor Gericht", sagt Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann zu den Plänen seiner Nachbarn. Er kritisiert die "Scheibchentaktik" in Bad Nenndorf und ist ebenfalls irritiert über den großflächigen Einzelhandel, für den Bad Nenndorf die Flächen nebenan vorsieht. Hellmann: "Dagegen haben wir größte Bedenken." Das passe nicht zu den Ergebnissen aus den Gutachten. Nach denen leide die Kurstadt unter einer geringen Kaufkraft innerörtlich, nun wolle sie aber noch mehr die grüne Wiese stärken. Gegen den Baumarkt allein mit seinen 10 000 Quadratmeter hat Hellmann keine Einwände, allerdings müsse Bad Nenndorf die anderen Einzelhandelsflächen in dem Bereich zurücknehmen. Das sieht der Beschlussvorschlag für den Rat morgen aber nicht vor. "Wir beobachten das Geschehen", heißt die Devise dazu aus dem Stadthäger Rathaus. Zwar habe er im Beteiligungsverfahren die Bedenken geäußert, sagt Hellmann, doch ihm liege das Abwägungsergebnis noch nicht vor. Eine Klage hält er ohnehin für nicht nötig. Für ihn ist klar, dass der Landkreis aus raumordnerischer Sicht die Änderung des Flächenplanes, wie sie derzeit vorgesehen ist, nicht genehmigen kann. Der Zwist zwischen den Kommunen ist für Hellweg-Prokurist Franz Dressel nicht neu, wenn er einen neuen Baumarkt plant. "wir gehen weiter geradeaus." Deshalb geht er davon aus, im Herbst eröffnen zu können. "Wir sind in einem normalen Verfahren." Die Sitzungen seien in dieser und der nächsten Woche terminiert. Dressel geht davon aus, dass die Nenndorfer und der Bad Nenndorfer Rat die planungsrechtlich relevanten Beschlüsse fassten. Die hält er auch für rechtssicher. "Es wurde sauber an der Abwägung gearbeitet."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare