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Bürgerliche Eliten spielen zwiespältige Rolle

Baum hat die Freiheit im Blick

Gerhart Baum, Alt-Innenminister, empfindet „die leise Systemverachtung in Teilen des Bürgertums“ genauso verächtlich wie die offen zutage tretenden Hassverbrechen rassistischer und antisemitischer Übergriffe in unserer Gesellschaft.

veröffentlicht am 23.07.2020 um 23:18 Uhr

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Zu: „,Die FDP ist viel zu weit nach rechts gerückt‘“, vom 6. Juli

Es ist klar, dass bei diesem Ansatz der FDP-Chef Christian Lindner keine guten Karten bekommt. Auch seien „Zweifel am Verantwortungsbewusstsein der Liberalen“ in unserer Gesellschaft entstanden, konstatiert Gerhart Baum.

Der Beitrag von Matthias Koch trifft vielfach ins Schwarze und dürfte den Ansprüchen interessierter LeserInnen entgegenkommen. Mich spricht besonders die verlorengegangenene sozio-kulturelle Akzeptanz der Liberalen an. Wie schon in der Weimarer Republik spielen dabei die bürgerlichen Eliten auch heute wieder eine zwiespältige Rolle. Ich empfehle deshalb den Essay von Julien Benda: „Der Verrat der Intellektuellen.“ Hier prangert der Autor und Philosoph schon früh das Karrierestreben und den verkümmerten, demokratischen Rationalismus der bürgerlichen Eliten an. Wer sich noch zeitnaher über Schriftsteller, Journalisten, Leitartikler und sonstige Meinungsbildner informieren möchte, der sollte Julien Benda, Der Verrat ..., Vorwort von Jean Amery, Frankfurt am Main (Fischer-Verlag) 1988, lesen. Was Gerhart Baum auszeichnet und Matthias Koch gut herausarbeitet, sind sein Blick für die Freiheit und seine „sozial-liberale Perspektive“, die heute nicht nur den Liberalen, sondern allen bürgerlichen Eliten abhandengekommen sind. Auch wenn er Letzteres nicht so deutlich sagt.



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